Can Tho – lebhaftes Stadtgetümmel und schwimmende Märkte

Ein wunderschöner Bootsausflug war das Highlight hier in Can Tho. Die Stadt selbst ist jedoch auch sehr interessant.

Trotz der wilden Busfahrt sind wir in Can Tho gut angekommen. Wir gingen in ein Café auf ein Getränk und haben dort das WLAN genutzt, um uns ein Grab-Taxi zu unserem Hotel zu holen. Die SIM-Karte für unseren Aufenthalt in Vietnam haben wir nämlich leider in Ha Tien nicht bekommen. Nach dem Einchecken machten wir uns am Weg zu einem Viettel-Shop. Dort haben wir unsere SIM-Karten kaufen können. Es ist immer eine große Erleichterung wenn das Internet am Handy funktioniert. So sind wir sehr flexibel.

Die Innenstadt von Can Tho ist sehr laut – es sind hier ganz viele Mopeds unterwegs und man hört ständig Hupen. Wenn man über die Straße geht, ist das eine gewisse Herausforderung – man muss sehr achtsam sein. Wir haben uns in der Stadt gleich einige Tempel angesehen. Die Tempel hier in Vietnam haben wieder einen ganz eigenen und einzigartigen Stil. Seht euch die Fotos an und ihr werdet die Unterschiede bemerken.

Das Mekong-Delta hier gilt als sehr fruchtbares Land, weil sich der Fluss Mekong viele Male teilt. Eine der besonderen Sehenswürdigkeiten hier ist der schwimmende Markt Cai Rang. Wir haben eine Bootstour um nur 2 $ gebucht und sind um halb 6 in der Früh los gefahren. Am Boot waren nur Vietnamesen und wir zwei – deshalb hatten wir sehr viel Spaß. Sie wollten uns ständig am Foto und Video haben und waren sehr großzügig. Wir haben von ihnen Kostproben bekommen. Die schwimmenden Märkte an sich sind sehr beeindruckend. Die Familien wohnen und leben hier direkt am Fluss auf dem Boot. Wir haben teilweise gesehen wie die Kleider am Boot hängen. Kleinere und größere Boote bieten dann zu günstigen Preisen frisches Obst und Gemüse an. Es gibt auch Restaurants und Shops sowie Tankstellen direkt am Fluss.

Zum Frühstück haben wir das Nationalgericht von Vietnam erhalten: eine Pho. Das ist eine klare Nudelsuppe, in der Gemüse, Fleisch und Meeresfrüchte enthalten sind. Obwohl für uns eine Suppe zum Frühstück etwas gewöhnungsbedürftig ist, hat es uns geschmeckt. Den nächsten Halt machten wir bei einer Nudelfabrik. Hier musste ich gleich Hand anlegen und mithelfen. Außerdem haben wir hier getrocknete Frösche und Schlangen verkostet. Es gab auch leckere Süßigkeiten aus Kokosnuss und den Kokosnuss-Wein haben wir auch verkostet. Weiter ging es zu einem Fruchtgarten – dort haben wir die heimischen Bäume und Früchte aus der Nähe betrachtet.

Als wir wieder zurückfuhren wurde unser Boot in ein Karaoke-Boot verwandelt. Wir hatten eine große Box mit und die Vietnamesen hatten riesigen Spaß Karaoke singen zu können. Das war wirklich sehr lustig. Der Ausflug war generell ein absoluter Wahnsinn – wir haben mal den echten Preis für Einheimische bezahlt und einen sehr schönen und interessanten Vormittag verbracht.

Das meiste in der Stadt Can Tho haben wir zu Fuß erkundet. Es gibt entlang des Flusses eine schöne Promenade, die man entlang spazieren kann und die vielen Cafés laden dazu ein einen genüsslichen Kaffee zu konsumieren. Am Tag und besonders über Mittag war es immer sehr heiß. Wir haben hier in Can Tho sehr viel geschwitzt. Doch das hat sich am Tag der Weiterreise komplett gedreht – am Weg in die nächste Stadt war es ziemlich kalt – mehr dazu im nächsten Beitrag.

Ha Tien: Die erste Stadt in Vietnam gefällt uns unglaublich gut.

Die Stadt in der wir angekommen sind, hat uns auf Anhieb gefallen. Am nächsten Tag ging es gleich weiter.

Nach all der Aufregung beim Grenzübergang sind wir zu Fuß einige Meter gegangen. Wir haben die erste Nacht in der Stadt, die dem Grenzübergang am nächsten ist gebucht – nämlich in Ha Tien. Den Transfer von der Grenze zum Hotel haben wir nicht im Voraus gebucht. Direkt nach der Grenze haben uns Mopedfahrer den Transfer angeboten – der Preis war jedoch sehr überteuert und deshalb sind wir die ersten Meter zu Fuß gegangen. Nach einiger Zeit haben uns 2 Mopedfahrer angesprochen und uns ein tolles und angemessenes Angebot gemacht. Die großen Rucksäcke haben die Chauffeure am Moped zwischen die Füße gegeben. Die kleinen Rucksäcke hatten wir am Rücken und so fuhr René mit einem und ich mit dem zweiten Mopedfahrer zu unserem Hotel. Das war sehr lustig!

Angekommen sind wir in einem sehr schönen Hotel. Da wir genau über Mittag einreisten, waren wir völlig durchschwitzt. Mein Top war komplett nass. Deshalb freuten wir uns sehr auf die Dusche. Wir konnten nun auch zum ersten Mal an dem Tag wirklich locker und die erfolgreiche Einreise wirken lassen. Wir haben aber noch nicht wirklich realisiert, dass wir tatsächlich nun in Vietnam sind. Die Einreise mit dem Flugzeug ist definitiv immer mit mehr Aufwand verbunden und die Einreise über die Landesgrenze ist so schnell und problemlos gegangen, dass wir Zeit brauchten um es zu realisieren.

Wir haben uns dann gleich ein Lokal gesucht um Mittag zu essen. Direkt am Fluss haben wir lecker gespeist. Was uns gleich aufgefallen ist, ist dass es hier wieder viel billiger ist als in Kambodscha. Außerdem gibt es hier ganz viele kleinere und größere Kaffeehäuser – das hat uns besonders gefreut, denn bisher war es eher schwierig gemütliche Cafés zu finden. Am Abend haben wir zum Sonnenuntergang noch eine Stadtrundfahrt gemacht. Mit einem Fahrrad-Anhänger wurden wir ca. 30 Minuten herumgefahren. Das war sehr schön. Die Stadt hier ist sehr nett und richtig süß. Es gibt viele Ständchen am Straßenrand und einen großen Markt. Außerdem ist alles sehr liebevoll und schön geschmückt. Die Straßen und Kreisverkehre sind auch beleuchtet. Man merkt sofort, dass Vietnam von der Entwicklung her Kambodscha einen großen Schritt voraus ist.

Ein erfolgreicher Tag ging dem Ende zu und nach der Nächtigung machten wir uns mit einem Bus auf den Weg in die nächste Stadt: Can Tho. Die vietnamesische Schrift hat sehr viele Akzente, ich habe die auf meiner Tastatur jedoch nicht, deshalb mache ich alles ohne diese Striche. Die Fahrt nach Can Tho war sehr aufregend. Der Busfahrer ist ziemlich wild gefahren – generell ist hier sehr viel los auf den Straßen und es gibt viele Schlaglöcher. Regelmäßig hörte man die laute Hupe. Damit machte er die anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam, dass nun ein großer Bus kommt und alle ausweichen sollen.

Einmal hatten wir fast einen Unfall – der Chauffeur hat daher ganz stark gebremst. In unserem Bus ist eine etwas ältere Damen mit ihrem Enkelkind in der ersten Reihe nach dem Gepäck gesessen. Durch die Bremsung hat es sie mitsamt dem Kind überschlagen und bis zur Gangschaltung vom Bus geworfen. Wie ein Käfer ist sie da gelegen. Zum Glück ist nichts passiert, aber das war schon sehr knapp. Ob wir gut angekommen sind, erfährt ihr im nächsten Beitrag.

Next Stop: Landesgrenze Ha Tien, Vietnam

Die Einreise über die Landesgrenze nach Vietnam war sehr aufregend. Lest im Beitrag nach, wie das genau war.

Nach fast 3 Wochen in Kambodscha war es für uns an der Zeit ein neues Land zu bereisen. Diesmal haben wir uns dazu entschieden den Weg über die Landesgrenze zu nehmen. Bisher haben wir das nicht riskiert, da aufgrund der Corona-Bestimmungen die Aus- und Einreise über den Flughafen unkomplizierter und einfacher war. Da Vietnam jedoch ein Nachbarland von Kambodscha ist, wollten wir es unbedingt über die Landesgrenze probieren. Es war aber alles gar nicht so einfach!

Zuerst muss ich sagen, dass wir generell Glück hatten, dass die Grenze überhaupt geöffnet wurde. Erst seit 15. März 2022 kann man in Vietnam wieder einreisen. Die Zeit in Sihanoukville (Kambodscha) haben wir dann genutzt um die Weiterreise zu organisieren. Wir haben an einem Tag alle Busunternehmen in Sihanoukville besucht um nachzufragen, ob sie zur Grenze nach Vietnam fahren. Die Fahrt dauert nur ca. 3 Stunden und wurde deshalb vor Corona regelmäßig angeboten. Wir hatten jedoch Pech – kein einziges der vielen Busunternehmen bietet aktuell diese Fahrten an.

Wir wurden schon leicht nervös und haben uns eingestehen müssen, dass wir um den Flug nicht herumkommen, wenn wir nicht zur Landesgrenze kommen. Zum Glück haben wir dann aber auch bei lokalen Reisebüros angefragt – dort wird privates Taxiservice in alle Provinzen von Kambodscha angeboten. Auf Anfrage und nach interner Abstimmung haben sie uns auch ein Privat-Taxi bis zur Grenze nach Vietnam anbieten können. Das war nun der Startschuss für uns, damit wir das Visum beantragen können – da musste man nämlich angeben über welche Grenze man einreisen wird. Die Bearbeitung und Ausstellung des Visums dauert 3 Werktage und da unser Antrag genau über das Wochenende fiel, mussten wir insgesamt 5 Tage darauf warten. Sofort nach Erhalt haben wir die Gesundheitserklärung ausgefüllt und unser Taxi für den nächsten Tag gebucht. Nun kam die Vorfreude – hoffentlich sind wir bald in Vietnam.

Am Tag der Weiterreise war dann schon großes Kribbeln im Bauch. Außerhalb von Europa war es für uns beide die erste Einreise über die Landesgrenze. Man hört und liest, dass es bei Grenzübergängen oft zu Schwierigkeiten kommt und viel Korruption herrscht – deshalb war die Aufregung wirklich groß.

Ziemlich genau nach den 3 Stunden sind wir bei der Grenze angekommen. Die Fahrt war recht angenehm. Es waren dann gleich 2 Typen da, die uns angeboten hätten mit einem Moped durch die Grenze zu fahren – das haben wir aber dankend abgelehnt und sind zu Fuß in das erste Gebäude gegangen. Als erstes Stand die Ausreise aus Kambodscha am Programm. Es waren fast keine Leute da – der Beamte hat gefragt wohin wir wollen und auch gleich die Bestätigung der Krankenversicherung angefordert. Daraus ist er aber nicht schlau geworden. Er hat deshalb René mit den Dokumenten nach Vietnam geschickt. Ich soll mit dem Gepäck hier in Kambodscha warten und René soll mit den Dokumenten nach Vietnam gehen und fragen ob alles passt. Erst dann will er uns den Ausreisestempel geben.

Gesagt – getan. René ging los und ich wartete. Nach kurzer Zeit kam er wieder zurück, die Beamten in Vietnam haben alles akribisch kontrolliert und es passte. Ein erster Stein ist uns von Herzen gefallen. Der Beamte in Kambodscha hat uns daher die Ausreisestempel gegeben. Nun gingen wir gemeinsam mit Sack und Pack über die Landesgrenze nach Vietnam. Ein anderer, etwas strengerer Beamte kontrollierte wieder alle Dokumente. Dann mussten wir einen Corona-Test machen. Zum ersten Mal auf der Reise genügte ein Antigen-Test. Glücklicherweise waren wir beide negativ und konnten zu der nächsten Station gehen.

Eine Dame und ein Herr kontrollierten wieder alle Dokumente – die legten besonders Wert auf unsere Gesundheitserklärung. Alles hat gepasst und wir gingen weiter. Bei den nächsten 3 Beamten wurde es richtig lustig. Wir waren die ersten internationalen Touristen, die an dieser Grenze einreisen. Deshalb wurden viele Fotos von uns gemacht – die Männer haben sich richtig gefreut, dass sie uns den Einreise-Stempel geben dürfen. Hier hat es jedoch eine Weile gedauert – die Männer mussten vieles im Computer eingeben und es hat so geschienen, als hätten sie einige Schwierigkeiten dabei gehabt. Wir waren sehr geduldig und haben mit einem Beamten gespaßt und über Vietnam gesprochen. Nach einiger Zeit, als von ihnen alles erledigt war, hörten wir die Stempel. Das war ein gutes Gefühl. Wir haben uns riesig gefreut – nun war der Zeitpunkt an dem wir wussten, dass alles geklappt hat. Wir haben den Einreise-Stempel bekommen!

Als nächstes musste unser Gepäck noch durch eine Sicherheitskontrolle – alles war in Ordnung. Dann haben zwei letzte Beamte alles kontrolliert, einer hat zwei blöde Fragen gestellt – aber dann waren wir durch. Wir konnten es nicht glauben, aber die Einreise nach Vietnam hat geklappt! Es war rückblickend gesehen auch sehr einfach und unkompliziert. Die Freude war riesengroß! Wir sind nun in Vietnam! Juhuuuu!

Sihanoukville – die chinesische Stadt im Süden von Kambodscha

Wir haben hier das erste Mal in einem Schlafsaal genächtigt, wurden von einem Mönch geweiht und haben unser 3-Monats-Jubiläum gefeiert.

Nach dem wunderschönen Aufenthalt auf der Insel Koh Rong Sanloem mussten wir wieder zurück auf das Festland. Die Stadt, von der aus man auf die kambodschanischen Inseln fahren kann, heißt Sihanoukville. Obwohl diese Stadt für Touristen nicht so viel zu bieten hat, ist die Geschichte der Stadtentwicklung sehr interessant und wir konnten auch hier schöne Tage verbringen.

Genächtigt haben wir diesmal zum ersten Mal in einem Hostel. Das Onederz Hostel ist sehr schön, hat einen Pool und einen großen Aufenthaltsbereich. Es gibt Doppelzimmer und Schlafräume mit 6 oder 8 Betten. In der ersten Nacht haben wir uns noch für das Doppelzimmer entschieden. Als Pärchen ist es doch nett, die Zweisamkeit genießen zu können. Für die nächsten Nächte haben wir uns jedoch aus Kostengründen entschieden, einen Schlafsaal zu wählen und so schliefen wir gemeinsam mit 4 anderen Personen in einem Zimmer. Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig – die Klimaanlage ist immer gelaufen, obwohl wir die in unseren Zimmern immer ausgeschaltet haben und manchmal hatten wir auch einen schnarchenden Kollegen. In Summe war es für den Preis, den wir zahlten jedoch völlig in Ordnung und es hat für uns beide super gepasst. Was dieses Hostel für uns ganz besonders nett machte, waren die Haustiere. Ein kleiner schwarzer Kater wohnt seit ca. 2 Wochen hier. Er ist ein Findelkind und wollte von der Eingangstür zum Hostel einfach nicht weggehen. Der Eigentümer mag Katzen sehr gerne und so darf er hier gemeinsam mit einem weiteren Findelkind zu Hause sein. Besonders mit dem Kleinen haben wir viel gespielt und wir haben uns sehr gefreut für einige Tage ein Haustier zu haben.

Das Stadtbild von Sihanoukville ist sehr interessant. Es handelt sich nämlich um eine Küstenstadt und so gibt es hier und ganz in der Nähe viele Strände. Die Stadt selbst hat sehr viele Hochhäuser und es wird extrem viel gebaut. Die neuen Hauptstraßen sind fast überall 3-spurig, die Kreisverkehre sind riesengroß und überhaupt ist die Stadt sehr weitläufig – es ist sehr viel Platz zwischen Hochhaus, Radweg, Gehsteig und Straße. Man merkt, dass die Bauten sehr überlegt und durchdacht durchgeführt wurden. Was sehr auffallend ist, ist dass es hier ganz viele Casinos gibt. Viele Chinesen sind in diese Stadt ausgewandert oder machen hier Urlaub und deshalb ist hier auch wirklich alles 3-sprachig angeschrieben: Khmer, Chinesisch und Englisch. Die Einheimischen haben nicht so eine Freude mit den Chinesen. Sie kommen nur um ins Casino zu gehen, hat uns ein junger Mann erzählt. Außerdem hat der alte Bürgermeister von Sihanoukville sehr viel Geld aus China erhalten und deshalb ist die Stadt hier so chinesisch angehaucht. Als ein Gebäude eingestürzt ist und 30 kambodschanische Menschen gestorben sind, wurde der Bürgermeister gewechselt und dieser neue steht nun mehr hinter den einheimischen Kambodschanern.

Wir haben hier in Sihanoukville die zwei großen Einkaufszentren besucht und sind durch die Straßen geschlendert. An einem Tag machten wir einen Ausflug nach Ream und erlebten dort wieder etwas ganz Besonderes.

Wir fuhren mit unserem Leih-Moped zur Ream Pagode und ein kleiner Junge hat uns schon von der Weite gewinkt. Als wir abgestiegen sind und zu dem liegenden Buddha gingen, waren zwei alte Damen anwesend. Diese zwei Damen haben für uns 6 Räucherstäbchen angezündet und jeweils 3 Stück René und mir gegeben. Der kleine Junge hat uns gezeigt, dass wir die nehmen und in den Sand stecken sollen. Er hat uns auch gezeigt, dass wir jetzt beten sollen. Wir haben die Räucherstäbchen hingesteckt und uns hingekniet. Dann war da auch noch ein Mönch. Die alten Damen haben die ganze Zeit gesprochen – wir haben aber kein Wort verstanden. Sie haben uns eine Unterlage direkt vor dem Mönch aufgelegt und zeigten uns sich hinzuknien. Dann mussten wir Geld opfern und in eine goldene Schale legen. Diese Schale mussten wir alle gemeinsam (Mönch, René und ich, die alte Dame) berühren und hinstellen. Daraufhin hat die Segnung begonnen – der Mönch hat lautstark gebetet und uns einige Male mit sehr viel Weihwasser geweiht. Im Anschluss haben die zwei alten Damen und der kleine Junge lautstark zurück gebetet. Alle haben gestrahlt und gelacht – alle haben sich an der Situation erfreut. Auch der Mönch hat am Schluss sein Lächeln nicht mehr verbergen können. Ein unglaubliches Erlebnis war das für uns – es ist so schön wie nett und freundlich die Menschen hier sind. Als wir dann wieder gingen und mit dem Moped wegfuhren, hat uns der kleine Junge wieder gewinkt.

Ein weiteres Highlight hier in Sihanoukville war unser 3-Monats-Jubiläum. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Wir sind nun schon mehr als 3 Monate unterwegs. Wir sind so froh und dankbar, dass trotz der Corona-Pandemie unsere Reise so erfolgreich stattfinden kann. Das Jubiläum haben wir auf der Rooftop-Bar La Vogue gefeiert. Wir haben die Aussicht und die warme Luft hoch oben im Himmel sehr genossen.

Länderguide Thailand ist online

Ich habe Zeit gefunden und die nächste Seite vom Länderguide veröffentlichen können.

Wir sind gerade in Sihanoukville im Süden von Kambodscha und nehmen uns hier ein bisschen Zeit für Dinge die während der Reise etwas untergehen.

Ich habe zum Beispiel an meiner Website weitergearbeitet und darf dir daher heute voller Stolz sagen, dass der Länderguide für Thailand online ist. Da wir sehr lange in Thailand waren, war es ziemlich schwierig alles in kurzer und prägnanter Weise wiederzugeben. Aber ich habe mein Bestes gegeben und hoffe, dass dir die neue Seite gefällt.

Hier kommst du also zum Länderguide Thailand. Wenn du nähere Fragen oder weitere Details haben willst, dann kannst du dich natürlich gerne melden.

Koh Rong Sanloem – eine wunderschöne, noch sehr ursprüngliche Insel

Wir waren auf einer Insel mit schönen Stränden und verbrachten eine schöne Zeit. Außerdem hat sich wieder ein Traum von mir erfüllt.

Eigentlich hatten wir in Kambodscha keinen Aufenthalt am Strand geplant. Doch weil das Wetter am Festland teilweise unerträglich heiß war und wir über die Inseln viele gute Berichte gelesen haben, haben wir uns entschieden einen Stopp am Strand einzulegen. Und ich kann euch bereits vorab sagen, wir sind sehr froh diese Entscheidung getroffen zu haben!

Von Kampot aus haben wir uns mit einem Minivan nach Sihanoukville aufgemacht. Die Fahrt dorthin war ein Erlebnis – eine sehr breite aber wilde Schotter-Sandstraße stand uns bevor. Wir dachten, dass diese nur ein kurzes Stück dauern wird, aber es war dann ziemlich lange. Lesen oder schlafen wäre bei dieser Straße nicht möglich gewesen. Wir sind aber gut angekommen und dann gleich mit dem Boot auf die Insel Koh Rong Sanloem gefahren.

Angekommen sind wir an einem wunderschönen und riesengroßen Strand, am Saracen Beach. Der Sand dort ist strahlend weiß und das Wasser türkisblau und sehr klar. Wir sind wieder einmal in einem Paradies gelandet. Unsere Unterkunft war an dem Strand vom Sonnenaufgang, deshalb habe ich mir den auch jeden Tag angeschaut. Ich finde es so wunderbar wenn man in der Finsternis am Strand geht, nur das Meeresrauschen hört und keine Menschenseele zu sehen und hören ist. Diese Zeit in der Früh habe ich wirklich genossen und den Tag mit der Beobachtung des Sonnenaufgangs bestmöglich gestartet.

Auch den Sonnenuntergang konnten wir uns nicht entgehen lassen. Dazu mussten wir aber zu Fuß die Insel überqueren und durch den Dschungel zum Lazy Beach wandern. Bei Tageslicht ist das auch ganz einfach, nach dem Sonnenuntergang ist es aber ziemlich rasch dunkel und der Spaziergang retour war eine kleine Herausforderung. Wir haben uns den Weg aber gut gemerkt und sind daher gut angekommen – die Geräusche im Dschungel waren sehr einzigartig und wir genossen die Natur sehr, obwohl wir doch etwas Angst vor Schlangen hatten. Aber zum Glück begegneten wir keiner.

Ansonsten waren wir die meiste Zeit einfach am Strand oder im Meer baden. Es waren auch viele Hunde da, die sogar mit uns gebadet haben – das war sehr lustig. Das Frühstück in unserer Unterkunft (Sara Resort) war sehr gut und die Restaurants in der nahen Umgebung hatten leckere Speisen. Wir ließen es uns also wieder einmal richtig gut gehen. Wir genossen die Zeit und haben uns mehrmals daran erinnert, wie dankbar wir sind, alles so erleben zu dürfen, wie es gerade ist – die Weltreise ist einfach wunderbar.

An einem Nachmittag haben wir uns jedoch für eine Bootstour entschieden. Gemeinsam mit 5 Engländern sind wir am Nachmittag in das weite Meer hinausgefahren. Die ersten beiden Stopps waren zum Schnorcheln – leider hat man aber nicht so viel gesehen, da es am Nachmittag schon ziemlich trüb war. Danach blieben wir mitten im Meer stehen und ließen den Anker ins Wasser. Es war Zeit zum Fischen. Ich habe noch nie zuvor gefischt. Jeder von uns hat eine Rolle mit einer Schnur und einem Hacken mit Tintenfisch erhalten und dann ging es los. Zum Glück habe ich keinen Fisch gefangen, ich habe dann auch wieder aufgehört, als eine Engländerin den ersten Fisch an Bord zog. Ich hatte Mitleid mit den Fischen und wollte ihnen nicht wehtun und sie so quälen. Unser Führer und auch die anderen Engländer haben aber einige Fische aus dem Meer geholt. Da dicke Wolken am Himmel aufzogen, fuhren wir mit dem Boot ein Stück weiter und haben uns einfach hinter einem Berg versteckt. Es hat ein bisschen geregnet, aber sonst war es nicht schlimm.

Das Highlight dieser Tour war für mich das Schwimmen mit Plankton. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich Plankton gesehen und es hat sich wieder einmal ein Traum von mir erfüllt. Bei vollkommener Finsternis mussten wir ins Meer und die Hände und Füße bewegen, um das Naturschauspiel beobachten zu können. Und ich sage es euch: Es ist magisch! Wenn unter Wasser plötzlich viele kleine Punkte um dich herum glitzern und funkelt, dann fühlt sich das an wie Magie. Es sieht so aus als wären viele kleine Glühwürmchen im Wasser. Ich habe mich so gefreut, als ich das gesehen habe! Es war einfach wunderbar!

Nach der Rückkunft auf der Insel wurden die Fische für uns noch gegrillt. Auf einem Tongefäß mit glühenden Kohlen wurde einfach ein Rost gelegt und darauf wurden die noch lebendigen Fische gegrillt. Kein einziger Fisch wurde ausgenommen, mit all den Innereien wurden sie gegrillt. Wir konnten zuerst unseren Augen nicht trauen – die Fische starben elendig. Eigentlich wollte ich den Fisch deshalb auch nicht kosten – doch die Einheimischen essen alle Fische so und um besser nachvollziehen zu können, wie das Leben hier in Kambodscha ist, habe ich den Fisch gekostet. Die Haut mussten wir weggeben, die war kohlrabenschwarz. Das Fleisch war aber sehr weich, zart und leuchtend weiß. Noch nie zuvor habe ich einen so frischen Fisch gegessen. Er war zwar ganz gut, aber ich will aus Tierliebe nie wieder so einen gequälten Fisch essen.

Wie immer ist die Zeit viel zu schnell vergangen, aber wir sind sehr froh und dankbar die Insel besucht und eine so schöne Zeit dort verbracht zu haben.

Kampot, wo der Pfeffer wächst und man die Wolken berühren kann

Ein Traum von mir ist in Erfüllung gegangen und wir haben die Zeit hier in Kampot sehr genossen.

Seid wir uns dazu entschieden haben, nach Kambodscha zu reisen, freue ich mich auf den Besuch einer Pfeffer-Farm. Hier in Kampot ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Wir waren außerdem in einem Nationalpark – dort haben wir wieder einmal ein Naturschauspiel beobachten dürfen. Kampot ist eine kleine feine Stadt, die sehr viel zu bieten hat.

Das Beste an unserem Besuch hier in Kampot war definitiv die Pfeffer-Farm. Ich habe nun endlich selbst gesehen wie der Pfeffer wächst. Ich weiß jetzt was die einzelnen Produktionsschritte sind. Ich habe alle Pfefferarten und die verschiedenen Mischungen verkosten dürfen. Die Firma „La Plantation“ ist ein familiengeführtes Unternehmen, die Besitzerfamilie stammt aus Frankreich und Belgien. Seit 2013 besteht die Farm und bietet aktuell ca. 150 Kambodschanern eine Arbeitsstätte mit fairem Lohn. Die Mitarbeiter wohnen auf der Farm und das Essen wird in der Kantine zur Verfügung gestellt. Außerdem unterstützt das Unternehmen eine ländliche Schule, die erbaut wurde und nun instandgehalten wird. Es wird auch Schulmaterial zur Verfügung gestellt. Es wird hier alles noch per Hand gemacht – sowohl beim Pflanzen als auch Ernten werden keine Maschinen verwendet. Deshalb arbeiten in der Erntezeit hier mehr als die 150 Personen im Stammpersonal. Die Produkte hier werden ausschließlich in Bio-Qualität produziert, es werden keine chemischen Düngungsmittel oder Pestizide verwendet. Noch während dem Besuch habe ich mich dazu entschieden, dass ich ab jetzt nur noch diesen Kampot-Pfeffer kaufen und verwenden werde – ich weiß ja nun woher dieser tatsächlich kommt und wo er gewachsen ist, bevor er bei uns am Teller landet.

So wie in Phnom Penh haben wir auch hier in Kampot eine Bootstour gemacht. Das „Boot fahren“ haben wir voll für uns entdeckt – die entspannte abendliche Stimmung am Wasser zu verbringen, gefällt uns richtig gut. Fast zwei Stunden lang sind wir gefahren. Am Deck des Bootes sind kleine Tische und Polster zum Sitzen am Boden verteilt gewesen – es gibt kein Geländer. Dieses Gefühl von Freiheit hatten wir selten wo, es war unglaublich schön und die Zeit ist sehr schnell vergangen.

Wir waren auch im Bokor-Nationalpark. Zuerst blieben wir beim Lok Yeay Mao Monument stehen – dort hat man einen tollen Ausblick. Dieser Nationalpark hat eine interessante Geschichte. In der Kolonialzeit haben die Franzosen auf diesen Berg nämlich einiges erbaut, unter anderem eine katholische Kirche und ein großes Hotel. Die Kirche haben wir uns näher angesehen. Es ist sehr interessant, eine über 100 Jahre alte Kirche zu betreten – sie ist noch sehr gut erhalten. Hinter der Kirche hatten wir einen tollen Ausblick auf das Meer und den Urwald – begleitet von vielen Naturgeräuschen haben wir hier viele bunte Schmetterlinge sehen können und den Ort einfach genossen. Hier konnten wir außerdem sehen wie die Wolken entstehen – das passiert direkt über dem Meer. Die Wolken sind dann zu uns gezogen und wir haben uns mitten in den Wolken befunden. Es war dann ziemlich kühl und die Luft war sehr feucht – es war sehr spannend und toll dieses Naturphänomen erleben zu dürfen.

Das Highlight des Tages war die Sichtung von zwei Doppelhornvögel bei der Rückfahrt. Diese Vögel haben eine Flügelspannweite von 1,6 m und deren Schnabel ist 30 cm lang. Als die Vögel geflogen sind, haben wir den Flügelschlag sehr stark gehört – das war so schön solche großen wilden Tiere in deren natürlichen Lebensraum zu sehen.

Der ganze Berg rund um diesen Nationalpark wurde nun an ein chinesisches Unternehmen für 99 Jahre verpachtet. Die Chinesen wollen hier eine riesige Hotelanlage und einen großen Hafen erbauen. Es sollen dort auch Kreuzfahrtschiffe andocken können und die Touristen werden mit dem Helikopter zum Hotel am Berg geflogen. Wir haben die Baustelle bereits gesehen – es ist wahnsinnig, welche Erdbewegungen hier gemacht werden. Schade, dass dieser ursprüngliche und schöne Ort nun komplett verbaut wird. Wir sind sehr froh und dankbar, alles noch so gesehen zu haben, wie es heute ist.

Die Stadt Kampot selbst ist eher klein, hat aber ein sehr lebendiges Stadtzentrum. Es gibt hier eine Food Street – hier bekommt man ganz viel leckeres Street Food. Außerdem gibt es hier ganz viele Restaurants und Cafés. Was uns auch noch aufgefallen ist, ist dass hier auch viele westliche Menschen leben – die meisten sehen aber sehr verbraucht aus. Wir glauben, dass hier einige beim Urlaub machen hängen geblieben sind. Ich glaube aber, dass die meisten von ihnen nicht wirklich glücklich sind und deshalb sehr viel trinken und rauchen. Das finde ich ein wenig schade, denn durch diese Menschen wird die überaus freundliche und einladende Art der Kambodschaner etwas überschattet. Nichtsdestotrotz hat uns der Aufenthalt hier in Kampot sehr gut gefallen – wir haben sehr viel erlebt, gesehen und die Zeit genossen.

Die schönen Seiten von Phnom Penh.

Wir haben hier auch so viel Schönes erlebt. Eine Bootsfahrt am Fluss, ein Getränk in einer Rooftop-Bar und viele Einkaufsmöglichkeiten.

Trotz der traurigen Geschichte ist Phnom Penh heute eine tolle Großstadt. Es gibt sehr viele Baustellen, es werden aktuell viele weitere Hochhäuser gebaut. Die Metropole wird daher in Zukunft noch viel größer werden. Wenn man durch die Straßen schlendert, ist es ziemlich laut. Es ist wirklich viel Verkehr hier und die Straßen sind eher eng, deshalb fühlt sich alles noch viel belebter an. Wir haben aber auch sehr schöne und ruhige Plätze der Stadt kennenlernen dürfen.

Die Promenade, die am Fluss und vor dem Royal Palace liegt, ist wunderschön. Hier sind Flaggen aus allen Nationen der Welt gehisst. Die Promenade ist sehr breit und sauber. Am Abend tummeln sich hier auch die Einheimischen – sie gehen laufen oder machen Sport. Wir haben an dieser Promenade eine 1-stündige Bootstour am Mekong-Fluss gemacht. Das war wirklich sehr schön. Gemeinsam mit einigen Kambodschanern und begleitet von Musik sind wir den Fluss entlang gefahren und hatten einen tollen Blick auf die Stadt. Es wäre eine Sonnenuntergangstour gewesen, doch da es sehr bewölkt war, haben wir diesen nicht gesehen. Die Stimmung war trotzdem einzigartig und wirklich schön. Nach dieser Bootstour sind wir noch in die Rooftop-Bar Le Moon gegangen und genossen bei einem Getränk die wunderbare Nachtstimmung der Stadt. Auch das war ein sehr entspannendes, ruhiges und schönes Plätzchen in der Großstadt.

Etwas lebhafter geht es am Central Market zu. Dieser große Markt ist sehr belebt und man kann hier wirklich alles kaufen. Teilweise ist der Markt von einem Gebäude überdacht, es ist aber auch einiges unter großen Zelten versteckt. Von Elektronikgeräte über Kleidung bis hin zu Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch. Wer hierher kommt, findet sicher etwas. Was mir nicht gefallen hat ist, wie hier mit den Tieren und deren Fleisch umgegangen wird. Zum einen sind viele Tiere noch lebendig, wenn sie hier auf den Markt kommen – das ist für mich pure Tierquälerei und kann ich fast nicht sehen. Außerdem gibt es hier kaum Kühlmöglichkeiten und beim Fleisch und Fisch tummeln sich Insekten und der Duft ist sehr gewöhnungsbedürftig. Viel besser sieht das ganze beim Obst und Gemüse aus – die bunten und reifen Produkte ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und sehen wirklich sehr lecker aus.

Wir waren dann auch noch in einer Mall, der AEON-Mall. Das ist ein riesiges Einkaufszentrum, das unseren Shopping-Centers sehr ähnlich ist. Hier sieht man nur junge Leute. Wir haben uns auch dort umgesehen und den kompletten Gegensatz zum Central Market gesehen. Es ist spannend zu sehen, dass das Land dem westlichen Standard folgt und die jungen Leute dieser Entwicklung sehr positiv entgegenschauen und annehmen, was alles neu gebaut und eröffnet wird.

All die Restaurants und Cafés in denen wir waren, hatten auch tolles Angebot und für die Großstadt anständige Preise. Zusammenfassend gesehen haben wir uns also in der Hauptstadt sehr wohlgefühlt. Die traurige Geschichte ist jedoch immer im Hinterkopf und ich fühle tiefes Mitleid mit den Einwohnern hier, besonders wenn wir mit den Menschen dann auch reden. Ich wünsche allen, dass ihnen eine gute Zukunft bevorsteht und dass sie sich von der schlimmen Zeit gut erholen können und das Leben jetzt wirklich genießen.

Phnom Penh – die lebendige Hauptstadt mit ihrer traurigen Geschichte

Die Stadt ist sehr groß – es gibt viele Hochhäuser und viel Verkehr. Hier haben wir auch viele grausame Dinge über die Geschichte von Kambodscha gesehen.

Die Busfahrt von Siem Reap nach Phnom Penh dauerte ca. 6 Stunden und war sehr angenehm. Da wir am Tag fuhren, konnten wir vom Land sehr viel sehen. Die Natur ist sehr beeindruckend, das ganze Land ist ziemlich flach und man sieht viele Reisfelder und Palmen. Leider sieht man aber auch sehr viel Müll neben den Straßen – dies ist in den Städten nicht so tragisch aber am Land wirklich extrem. Wir haben auch viele Häuser von den Einheimischen gesehen. Es gibt hier wirklich viele arme Leute, die nur in kleinen Hütten hausen.

Als wir in der Hauptstadt angekommen sind, wurden wir richtig geflasht. Phnom Penh ist riesengroß. Es gibt viele Hochhäuser und der Verkehr ist sehr lebendig. Es ist eine komplett andere Welt, in die wir nun eintauchen. Ein Tuktuk, das hier in Kambodscha übrigens Rikshaw genannt wird, brachte uns zum Hotel. Diesmal haben wir ein Zimmer im 8. Stock und eine Dachterrasse mit Pool. Dank Corona sind solche Unterkünfte aktuell auch für Backpacker im Budget – das ist sehr schön, wir freuen uns und fühlen uns richtig wohl hier.

Phnom Penh ist bekannt für die furchtbaren Erinnerungsstätten an die unfassbar grausame Zeit zwischen 1975 und 1979. Die kommunistischen „Roten Khmer“ haben in diesem Zeitraum mehr als 2 Millionen der insgesamt 8 Millionen Einwohner von Kambodscha auf dem Gewissen. 85 – 90 % der Einwohner von Kambodscha gehören der Bevölkerungsgruppe der Khmer an. Sowohl die Täter als auch die Opfer dieser Zeit waren Khmer – es wurden also die eigenen Leute äußerst grausam behandelt. Der politische Hintergrund war der Kommunismus und davon kommt der Name „Rote Khmer“.

Als die Roten Khmer einmarschierten, war die Bevölkerung voller Freude. Da Kambodscha durch den Vietnamkrieg auch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie hatten große Hoffnung, dass alles besser werden wird. Doch tatsächlich stand die schlimmste Zeit der Geschichte von Kambodscha bevor. Das Ziel der Roten Khmer war, die Gesellschaft in einen Agrarkommunismus zu überführen. Alle Institutionen wie Schulen und Krankenhäuser wurden geschlossen und die Menschen wurden aus der Hauptstadt Phnom Penh in das Hinterland vertrieben – jeder musste in der Landwirtschaft arbeiten. An den Landesgrenzen wurden Landminen vergraben, damit sich Nachbarstaaten und andere Länder nicht einmischen und Kambodscha fernbleiben.

Wir waren zuerst bei den Killing Fields, der offizielle Name lautet Choeung Ek Völkermord-Gedenkzentrum. Im ganzen Land verteilt, gab es insgesamt ca. 300 solcher Felder. Hier wurden die Massenmorde durchgeführt – in dem Killing Field, in dem wir waren, wurden ca. 20.000 Menschen hingerichtet. Wir haben die Massengräber gesehen – wir sahen Kleider und menschliche Überreste der Opfer. Wir sahen sogar direkt in der Erde die Kleider der Opfer aus einem Massengrab. Da die grausame Zeit noch nicht so lange her ist, kommen regelmäßig Knochenreste, Zähne und Kleider an die Oberfläche – es ist unbeschreiblich wie schrecklich diese Anblicke sind. Besonders schlimm war der Anblick des Killing Trees. Babys wurden mit deren Kopf gegen diesen Baum geschlagen und dann gleich daneben in das Massengrab geworfen. Man weiß das so genau, weil man Spuren von Blut und Gehirn an dem Baum gefunden hat. Die Frauen waren meist ohne Kleidung im Grab, da sie vor Hinrichtungen mehrmals vergewaltigt wurden. Ich kann nicht beschreiben, wie man sich fühlt, wenn man direkt vor diesem Baum und diesem Grab steht.

Der Besuch im Toul-Sleng-Genozid-Museum war nicht weniger tragisch. Eine ehemalige Schule wurde hier in ein Gefängnis umgewandelt. Die Klassenzimmer wurden zu Folterräumen. In einem Gebäude wurden die Klassenzimmer mit Mauern oder Holzverschlägen in viele kleine Gefängniszellen umgebaut. Der Spielplatz wurde für schlimme Foltereien verwendet. Wir gingen durch die Räume und haben sehr viele Fotos gesehen – die Opfer wurden nämlich damals bei der Inhaftierung fotografiert. Es waren Männer, Frauen und Kinder abgebildet. Die Gesichtsausdrücke gingen unter die Haut. Man sah auch Fotos und Bilder wie die Menschen gefoltert wurden. Der Anblick war äußerst schlimm. Am schlimmsten war für mich jedoch die Begegnung ganz am Ende. Als wir alles besichtigt haben, standen 3 Überlebende vor uns. Ein Mann zeigte auf ein Bild und erzählte, dass er der Junge mit seinem kleinen Bruder ist und dass er Glück hatte und nicht ermordet worden ist. Seine Eltern sind nicht zurückgekommen. Keine Worte können beschreiben wie ich mich fühlte, als ich diesen Männern in die Augen geschaut habe.

Im Jahr 1979 gelang vietnamesischen Truppen eine Invasion und das Schrecken hatte endlich ein Ende. Andere Staaten wie Thailand, Deutschland oder die USA kritisierten diesen Einmarsch – auch diese Tatsache stimmt mich sehr nachdenklich. Im Jahr 1989 zogen sich die vietnamesischen Truppen zurück, die Verfassung wurde geändert und das Land wurde in den Staat Kambodscha umbenannt. Pol Pot, der Anführer der Roten Khmer ist 1998 im Alter von 73 Jahren gestorben.