Kambodscha

Kambodscha ist ein wunderbares Land mit einer traurigen Geschichte aber irrsinnig netten und hilfsbereiten Menschen. Obwohl über viele Bedrohungen für Touristen geschrieben wird, haben wir einen ganz anderen Eindruck von dem Land erhalten. Um ehrlich zu sein haben wir Kambodscha richtig in unser Herz geschlossen. Wir haben uns nie unsicher oder unwohl gefühlt. Niemand, auch kein Tuktuk-Taxifahrer, der kein Geschäft mit uns machte, war unfreundlich oder hat uns in irgendeiner Weise ein komisches Gefühl gegeben. Klar, das Land ist sehr arm und deshalb gibt es ein großes Müllproblem, besonders in ländlichen Gebieten. Es ist auch allgemein alles nicht sehr sauber und hygienisch – das ist sicher auf den Entwicklungsstand des gesamten Landes zurückzuführen. Kambodscha ist aber auf alle Fälle eine Reise wert und bietet viele Eindrücke in eine ganz andere, noch sehr ursprüngliche Welt.

Einreise

Für Kambodscha braucht man ein Visum. Dieses muss bereits vor Einreise beantragt werden. Hier ist die Beantragung möglich. Bereits nach 3 Tagen bekamen wir per Mail unser Visum, welches zu einem einmaligen Aufenthalt von max. 30 Tagen berechtigt.

Die Einreise Mitte März 2022 war trotz Corona-Pandemie ziemlich einfach. Beim Einchecken mussten wir einen negativen PCR-Test (nicht älter als 72 Std.), unser Impf-Zertifikat, die Bestätigung der Krankenversicherung, die auch Covid-19 abdeckt und das gültige Visum vorlegen. Im Flugzeug bekamen wir 3 weitere Dokumente, die dann nach der Ankunft in Kambodscha vorgelegt werden mussten. Bitte informiere dich über die aktuellen Einreisebestimmungen auf der Seite vom Außenministerium.

Wichtig ist, dass man alle Dokumente in ausgedruckter Form bei sich hat. Hier in Kambodscha wird alles noch manuell und schriftlich gemacht und es könnte zu Problemen führen, wenn man keine Ausdrucke bei sich hat.

Die Gesundheitsversorgung ist in Kambodscha ziemlich schlecht. Im ganzen Land herrschen schlechte hygienische Verhältnisse. In den Krankenhäusern werden hauptsächlich veraltete medizinische Geräte verwendet – man ist also vom europäischen Standard weit entfernt. Besonders bei der Ernährung und Wasser muss darauf geachtet werden, dass man sich nichts holt – achte darauf, dass die Nahrung gekocht ist und das Wasser aus einer verschlossenen Flasche kommt. Es herrscht auch ein erhöhtes Malariarisiko. Es wird dringend empfohlen, Insektenschutz zu verwenden – es sind nämlich auch andere unangenehme Tropenkrankheiten wie beispielsweise Dengue-Fieber oder Zika verbreitet.

Reiseroute

Wir haben fast 3 Wochen in Kambodscha verbracht. Unsere Route sah wie folgt aus, in der Klammer siehst du die Anzahl der Nächte: Siem Reap (4) – Phnom Penh (3) – Kampot (3) – Koh Rong Sanloem (4) – Sihanoukville (6).

Der lange Aufenthalt in Sihanoukville ist jedoch bei einer „normalen“ Reise nicht nötig. Wir blieben hier nur länger um einiges abzuarbeiten und die Weiterreise zu organisieren.

Top-Sehenswürdigkeiten & Insidertipps

Pfeffer-Farm in Kampot
Der schönste Ausflug in Kambodscha war für mich der Besuch einer Pfeffer-Farm. Wir waren bei der Firma La Plantation, die Pfeffer und Gewürze in Bioqualität produziert. Zuerst gab es eine Führung, bei der man viele Pflanzen näher kennenlernen durfte und danach wurde verkostet. Auf das Wohl der Mitarbeitenden wird sehr gut geachtet und die Produkte schmeckten herrlich.

Phare – The Cambodian Circus
Ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts in Kambodscha war der Besuch des Zirkus. Die Institution, die dahinter steht, bietet Kindern und Jugendlichen aus armen Familienverhältnissen die Möglichkeit eine kostenlose Schule zu besuchen und so zumindest die Chance auf eine bessere Zukunft zu haben. Die Vorstellung war super und die Unterstützung dieser Institution finde ich sehr wichtig.

Killing Fields & Genozid Museum in Phnom Penh
Wenn man in Kambodscha ist, muss man sich auf alle Fälle auch mit der traurigen Geschichte des Landes auseinandersetzen. Die Besuche dort sind nichts für schwache Nerven und doch finde ich es so wichtig sich das anzusehen, damit man weiß was die armen Leute in Kambodscha mitmachen mussten. In meinem Beitrag habe ich dazu bereits ausführlicher geschrieben.

Ich empfehle dir außerdem, den Film „Der weite Weg der Hoffnung“ (englischer Titel: First they killed my father) anzusehen. Eine kambodschanische Frau hat ihre Erlebnisse und die ihrer Familie für den Film preisgegeben – ganz am Schluss ist sie persönlich mit ihren überlebenden Geschwistern im Film dabei.

Angkor Wat in Siem Reap
Das weltgrößte religiöse Bauwerk ist die bekannteste Sehenswürdigkeit von Kambodscha. Das Areal ist riesengroß und man braucht mehrere Tage, um sich die einzelnen Tempelanlagen ansehen zu können. Besonders zum Sonnenaufgang ist der Anblick des Haupttempels Angkor Wat fantastisch. Die Stimmung ist einzigartig und ein absolutes Must-Do in Kambodscha.

Zum Angkor Wat will ich dir noch eine weitere Information geben. Falls du die Tempel auf eigene Faust erkundest und keine Tour buchst, musst du das Ticket für den Besuch noch in der Stadt kaufen. Hier findest du den Google-Maps-Link. Fahre unbedingt vorher zum Ticketschalter und erst dann in die Tempelanlage. Die Tickets werden bereits auf den Straßen von den Tempel kontrolliert.

Rooftop-Bar in Phnom Penh
Wir waren in der Le Moon. Diese Rooftop-Bar befindet sich zwar nur im 3. Stock, doch die Aussicht über die Stadt und die schönen nächtlichen Lichter ist einzigartig schön. Bei einem gutem Getränk ist die Atmosphäre wirklich sehr beeindruckend. Für uns ist es immer ganz besonders toll wenn es in der Nacht warm ist und man nur mit kurzer Kleidung ausgehen kann – daheim ist das fast nie möglich.

Was ich hier auch erwähnen will, sind die vielen Landminen, die hierzulande eine große Gefahr darstellen. Zur Zeit der Roten Khmer und auch noch danach wurden sehr viele Landminen vergraben – man sollte daher nur befestigte Straßen und Wege benutzen und nicht einfach selber irgendwo im Dschungel herumlaufen.

Insel-Guide

Koh Rong Sanloem ist eine wunderbare, noch sehr ursprüngliche Insel. Zu beachten ist, dass es auf dieser Insel keinen Bankomat gibt – also unbedingt genügend Bargeld bei sich haben. Es gibt auch sonst keine Mopeds zum Verleih – man muss alles zu Fuß oder per Boot erkunden.

Wir sind mit dem Boot von Sihanoukville zum Saracen Beach am Orchid Pier gefahren. Von dort kann man die Unterkünfte in dieser Bucht zu Fuß erreichen. Meist hat die Unterkunft jedoch auch ein kleines Boot, mit dem die Gäste vom Pier abgeholt werden. Dieser Saracen Bay ist auch die Bucht, bei der sich am meisten tut – ich empfehle also unbedingt eine Unterkunft an dieser Bucht.

Der Saracen Beach ist wunderschön und sehr einladend zum Baden. Der Sand ist strahlend weiß und das Wasser ist sehr klar. Das Meer schimmert türkisblau. Ebbe und Flut sind sehr gut beobachtbar. Außerdem ist dies der Strand zum Sonnenaufgang – um ungefähr 6 Uhr morgens geht hier die Sonne auf und der Himmel zeigt wunderschöne Rosatöne.

Der Lazy Beach auf der anderen Seite der Insel ist zu Fuß in ca. 20 Minuten erreichbar. Ein kurzer Weg durch den Dschungel führt zu dem sehr windigen Strand. Der Sand ist grober und eher bräunlich. Dieser Strand ist wunderbar zur Beobachtung des Sonnenuntergangs. Merke dir den Weg aber gut, denn beim Zurückgehen ist es schon sehr dunkel und es besteht die Gefahr sich zu verlaufen.

Es gibt auch einige Bootstouren, die auf der Insel angeboten werden. Wir machten eine Halbtages-Tour mit Schnorcheln, Fischen und Plankton. Das Schnorcheln war am Nachmittag leider nicht so toll, weil um diese Zeit das Meer ziemlich trüb ist. Das Fischen war sehr interessant aber für mich persönlich das letzte Mal, dass ich so etwas gemacht habe, weil mir die Fische so leid tun. Am Schönsten und absolut empfehlenswert ist auf jeden Fall das Schwimmen mit Plankton. Es scheint Magie zu sein, wie es leuchtet wenn man im dunklen Meer schwimmt.

Es gibt auch viele tolle Restaurants am Strand vom Saracen Bay. Unsere Favoriten waren das The Big Easy und Bamboo Jam. Dort gibt es leckere Köstlichkeiten zu einem halbwegs gutem Preis und man hat einen tollen Ausblick auf das Meer.

Unterkünfte & Fortbewegungsmittel

Bei den Unterkünften muss ich vorab erwähnen, dass man sich hier keinen europäischen Standard erwarten darf. Viele Einheimische hier leben in Holzhütten und schlafen in Hängematten – teilweise im Freien. Dementsprechend wissen die meisten Menschen hier nicht was sich westliche Gäste erwarten. Man darf also nicht pingelig sein und nirgends zu genau hinschauen, dann sind die Übernachtungen sehr angenehm und in Ordnung. Ich liste dir hier unsere Unterkünfte auf:

OrtName der UnterkunftAnmerkung
Siem ReapThe Oasis Harborgroßes Zimmer, Möbel und Einrichtung jedoch alt und Gebrauchsspuren ersichtlich, die ganze Anlage ist schon in die Jahre gekommen, Pool war grün, Frühstück sehr ausgiebig und lecker
Phnom PenhMettavary Hoteltolles Hotel mit Pool auf der Dachterrasse, Zimmer sehr sauber und ordentlich, asiatisches Frühstück
KampotCandy PepperBar, das ein paar Zimmer mit Gemeinschaftsbad anbietet, laute Musik bis spät in die Nacht, super Lage – mitten im Zentrum
Koh Rong SanloemSara Resortschöner und sauberer Bungalow, schöne Anlage mit großem Restaurant, inkludiertes Frühstück toll, jedoch Speisen zu Mittag oder Abend sehr überteuert, tolle Lage am Strand
SihanoukvilleOnederz HostelHostel mit schönem Pool, großer Aufenthaltsbereich, diese Hostel-Kette gibt es übrigens in allen Städten in denen wir waren – es ist als Backpacker daher toll immer beim gleichen Anbieter bleiben zu können

Sich in Kambodscha fortzubewegen ist sehr einfach. In den Städten gibt es ganz viele Tuktuk- oder Rickshaw-Taxis. Am besten ist es, wenn du das App Pass App verwendest und so die Fahrten online buchst und zahlst.

Um sich zwischen den Städten fortzubewegen, verwendest du am besten die Website 12go.asia. In Kambodscha gibt es viele Busunternehmen, die Fahrten anbieten und auf der Website gesammelt dargestellt werden. Die Busverbindungen sind ziemlich günstig und täglich zu mehreren verschiedenen Zeiten am Tag verfügbar.

Um auf die Inseln zu kommen, ist es unumgänglich ein Boot zu buchen. Das ist auch über die Website 12go.asia möglich.

Um die Fahrten buchen zu können, kannst du auch einfach in der Stadt herumschlendert und nach Anbietern suchen. Meist steht sehr groß „Taxi Service“ oder „Bus“ und du kannst dort nachfragen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Anbieter meist niedrigere Preise anbieten können.

Typische Küche

Die typische Küche in Kambodscha ist nicht so umfangreich wie die thailändische Küche. Die bekanntesten Speisen hier sind Amok und Lok Lak. Beim Amok handelt es sich traditioneller Weise um ein Fischcurry mit Kokoscreme. Es gibt jedoch auch vegetarische Alternativen. Das Lok Lak ist ein Rindfleisch aus dem Wok in Pfeffersauce. Auch hier gibt es aber vegetarische Alternativen mit Pilzen.

Bezüglich Küche muss ich hier auch den Einfluss der Franzosen aus der Kolonialzeit erwähnen. Es gibt hier sehr viele gute Bäcker, die französische Produkte backen. Das Weißbrot ist hier sehr bekannt und ein Baguette, Brioche oder Toastbrot schmeckt sehr gut.

Was ich hier auch unbedingt noch erwähnen muss ist, dass alle Gerichte mit dem heimischen Pfeffer aus Kampot gewürzt werden und dieser Pfeffer schmeckt einfach herrlich – der ist nicht mit dem aus unseren Geschäften zu vergleichen. Mehr dazu auch oben bei den Top-Sehenswürdigkeiten.

Kosten

Obwohl das Land und die Einwohner hier sehr arm sind, ist das Leben hier ziemlich teuer. Sowohl die Unterkünfte als auch Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs sind hier teurer als in Thailand. Besonders in den Restaurants ist es schwierig Gerichte zu finden, die unter unserem gewohnten mitteleuropäischen Preisniveau liegen.

Man darf also nicht davon ausgehen, dass man in ein armes Land kommt und deshalb auch nicht viel Geld braucht – dies trifft in Kambodscha nur in seltenen Fällen zu. Essenspreise, die hier in Südostasien gewöhnlich sind, haben wir nur am Street Food Market oder bei der Online-Bestellung von Food Panda erhalten.

Bei den Taxis ist es in Kambodscha fast so wie überall auf der Welt. Direkt auf der Straße werden übermäßig hohe Preise verlangt, deshalb am besten das App Pass App für Taxi-Fahrten verwenden. Wie bereits oben unter „Fortbewegungsmittel“ erwähnt, kannst du bei Bussen und Booten vielleicht auch sparen, wenn du direkt bei den Anbietern buchst.

Was hier bei den Kosten außerdem zu erwähnen ist, ist dass in Kambodscha 2 Währungen parallel nebeneinander verwendet werden. Sowohl der amerikanische Dollar als auch der kambodschanische Riel werden bei Preislisten angegeben. Beim Zahlen kann man immer selbst entscheiden ob man nun in Riel oder Dollar zahlt. Als grober Umrechnungsfaktor werden 4.000 Riel für 1 $ (Dollar) hergenommen. Es ist auch möglich einen Teil der Rechnung in Riel und den restlichen Teil in Dollar zu bezahlen. Die Einheimischen hier verwenden jedoch vermehrt den Riel und so kann es passieren, dass man mit Dollar bezahlt aber Riel retourbekommt. Das haben wir so auch noch nie erlebt!

Blog-Beiträge

Hier sind alle Blog-Beiträge aufgelistet, die ich über Kambodscha geschrieben habe. Wenn du mit dem ersten beginnen willst, scrolle einfach ganz nach unten.

Die schönen Seiten von Phnom Penh.

Wir haben hier auch so viel Schönes erlebt. Eine Bootsfahrt am Fluss, ein Getränk in einer Rooftop-Bar und viele Einkaufsmöglichkeiten.

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