Besondere Tage an der Südostküste – wenige Touristen, dafür viele Fischer

Corona hat hier in Arugam Bay seine Spuren hinterlassen. Wir dürfen jedoch dankbar sein, diesen Ort so menschenleer genießen zu können.

Als wir mit unserem Tuk Tuk in den Ort Arugam Bay einfahren, kommen die Kinder gerade von der Schule nach Hause. Die Mädchen tragen weiße Kleider und die Jungen haben ein weißes Hemd und eine blaue Hose an. Als sie uns sehen, können sie die Augen nicht von uns lassen. Sie schauen uns ganz verdutzt an, gehen vorbei um dann stehen zu bleiben und zurückschauen zu können. Manche winken uns zu. Haben die noch nie Touristen mit heller Haut gesehen, fragen wir uns. Wenig später, als wir in einem Restaurant Mittagessen gegangen sind, haben wir erfahren warum das so ist. Seit Covid-19 ausgebrochen ist, ist Arugam Bay quasi ausgestorben. Die Jahre 2020 und 2021 sind sehr schlecht gelaufen. Erst jetzt, Anfang 2022 kommen wieder die ersten Touristen in den früher so bekannten, beliebten und gut besuchten Ort an der Südostküste von Sri Lanka.

Als wir die Gegend erkunden und durch die Straßen gehen, haben wir ein komisches Gefühl. Es gibt viele Bars, Restaurants und Shops – doch bei fast allen sind die Türen und Tore geschlossen. Man sieht, dass alles für den Tourismus vorbereitet und darauf ausgelegt wäre, doch wenn die Touristen fernbleiben, dann bleibt den Betreibern nichts anderes übrig, als zu schließen. Wir haben Mitleid mit dem ganzen Ort, doch leider ist dies in Zeiten der Pandemie keine Seltenheit. In fast allen Ländern der Welt gibt es Branchen, die die Pandemie richtig hart getroffen hat. Bleibt nur zu hoffen, dass ganz bald wieder alles anders ist.

Trotz dem etwas negativen Beigeschmack haben wir uns dazu entschieden, das Beste aus unserem Aufenthalt zu machen. Die Unterkunft, in der wir auch die einzigen Gäste waren, war wirklich nett. Wir hatten ein schönes Zimmer und einen wunderbaren Garten. Das Frühstück war köstlich. Beim Mittag- bzw. Abendessen haben wir uns etwas schwer getan, ein offenes Lokal zu finden, doch auch das haben wir geschafft und wir wurden immer gut bedient.

Der Strand von Arugam Bay ist riesengroß und sehr schön. Es ist wieder so ein Strand, wie man ihn eigentlich nur von Fotos aus dem Internet oder Filmen kennt. Der große Unterschied zu den anderen Stränden, die wir bereits besucht haben ist, dass hier außer uns fast niemand am Strand ist. Es sind nur unsere Fußspuren zu sehen und unsere Worte zu hören. Weit und breit sieht und hört man nichts von anderen Menschen.

Deshalb haben wir lange Strandspaziergänge gemacht. Es ist so wunderbar das Meeresrauschen zu hören und den weichen Sand zu spüren. Die Sonne strahlt auf unsere Haut und der Wind bläst durchs Haar. Es ist unbeschreiblich wie schön es am Strand sein kann. Als wir am ersten Tag den Strand entlang gingen haben wir viele große Muscheln gesehen und wir haben entdeckt, dass sich ganz weit hinten viel tut. Von der Ferne konnten wir sehen, dass dort einige Menschen sind.

Das hat uns natürlich neugierig gemacht und wir sind so lange gegangen, bis wir dort waren. Was wir dann gesehen haben, war eine Premiere für uns beide. Ungefähr 100 Männer haben sich am Strand versammelt. Sie ziehen gemeinsam und nur mit der eigenen Körperkraft ein Fischernetz aus dem Meer. Es wird gesungen und mit voller Motivation angepackt. Es dauert Stunden, bis das Netz wirklich aus dem Meer gezogen wird. Mein Freund hat auch gleich mitgeholfen – hier kann jede helfende Hand gebraucht werden. Wir hatten das Glück, dass sie schon ziemlich weit waren und so konnten wir miterleben, wie es ist, wenn das Netz heraußen am Sand liegt. Die Fische haben wie wild gezappelt und die Männer begannen gleich damit die Fische in große Körbe zu stecken und zu verteilen. Unglaublich was da los war – plötzlich waren noch viel mehr Menschen da und es wurde geschachert. Die Helfer haben die Fische gratis bekommen und fremde Leute haben sie den Fischern abgekauft. Das war wirklich ein Erlebnis hautnah mitzuerleben, wie sich die Einheimischen hier mit vollem Körpereinsatz ein paar Fische aus dem Meer holen. Schön zu sehen, dass es im Kleinen auch geht und kein riesiges Schiff mit riesigen Netzen durch das Meer fährt und alles kaputt macht.

Da wir unser eigenes Tuk Tuk hatten, haben wir auch ein paar Spots in der nahen Umgebung von Arugam Bay besucht. Es ging zum Beispiel zum so genannten Crocodile Rock. Ziemlich an der Küste findet man dort einen riesengroßen Stein und wenn man diesen besteigt, sieht man zwei Welten von Sri Lanka. Auf der einen Seite kann man weit ins Landesinnere blicken und man sieht wie grün die Insel ist. Auf der anderen Seite hat man einen tollen Blick auf die Küste und das Meer. Genau das macht für mich die Insel aus. Es gibt hier so viel schöne und unberührte Natur. Sri Lanka hat viele wunderschöne Strände und kann im Landesinneren auch ganz viel bieten – es ist hier ein Naturparadies.

Wir durften Arugam Bay während einer ruhigen Zeit genießen. Wir fühlten uns den Einheimischen so verbunden wie sonst nirgendwo. Da fast keine Touristen hier sind, haben wir uns unter die Einwohner gemischt, wir haben viele Fischer getroffen und ihnen bei der Arbeit geholfen und zugesehen. So werden wir den Ort immer in guter und sehr ursprünglicher Form in Erinnerung behalten.

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