Malawi – hier sehen wir wie die Menschen in Afrika wirklich leben

Malawi gilt als eines der ärmsten Länder auf der ganzen Welt – das sieht man auch in allen Bereichen. Die Menschen zählen dafür aber zu den freundlichsten auf der ganzen Welt.

Dass es ein Land mit dem Namen „Malawi“ gibt, wusste ich vor unserer Afrika-Reise gar nicht. Bei der Durchreise verstand ich auch warum. Malawi gilt als eines der ärmsten Länder auf der ganzen Welt und ist deshalb sehr unbekannt. Die Menschen leben nur in kleinen Hüttchen – nur manche können sich kleine gemauerte Häuser leisten. Trotzdem hatten wir eine wunderschöne Zeit dort und nehmen beeindruckende Erlebnisse mit, die Menschen sind nämlich am freundlichsten, verglichen zu allen anderen Ländern, die wir besucht haben.

Gleich nach der Grenze haben uns alle Bewohner freundlich zugewinkt und die Kinder und Erwachsenen hatten ein freundliches Lächeln im Gesicht. Wir wurden also sehr positiv und herzlich willkommen geheißen. Der Malawi-See ist der drittgrößte See in ganz Afrika und am Ufer dieses Sees haben wir unsere Nächte verbracht. Das war sehr schön und wirklich angenehm. Da der See so groß ist, hatte man das Gefühl am Meer zu sein.

Das wohl spannendste und interessanteste in Malawi war unser geführter Spaziergang durch ein Dorf. Es wurde uns die Küche der Bewohner gezeigt – das ist einfach eine Feuerstelle im Freien, auf der ein großer Kochtopf steht. Wir sahen auch die Hühnerställe, die hoch sind, da die Hunde viele Hühner fressen. Die Hühner sind aber für die Menschen sehr wichtig, denn das ist das einzige Fleisch, das sie manchmal essen können. Normalerweise wird Brei aus Cassava gegessen, das ist eine Pflanze, die wie die Kartoffel wächst. In jedem Dorf gibt es dann auch eine manuelle Wasserpumpe. Täglich müssen die Kinder und Frauen das Wasser heraufpumpen und dann nach Hause tragen, damit gekocht und getrunken werden kann. Wenn man nicht mit eigenen Augen sieht wie die Menschen hier leben, kann man es sich nur sehr schwer vorstellen.

Am beeindruckensten war für mich der Besuch in der Volksschule. Sofort wurden wir von den Kindern empfangen und alle wollten unsere weiße Haut berühren. Es hat nicht lange gedauert und jeder hatte mehrere Kinder an beiden Händen hängen. Die Kinder waren sehr lieb und freundlich. Wir haben dann erfahren, dass die Kinder in der Schule Cassava-Brei bekommen, weil sie meist hungrig in der Schule erscheinen – die Familien haben oft nicht genügend Essen für die ganze Familie. In einer Klasse sind mehr als 100 Kinder, das ist für uns unglaublich. Hier funktioniert das aber sehr gut, denn die Kinder sind ehrgeizig und sie wissen, dass Bildung die einzige Möglichkeit ist, aus der Armut herauszukommen. Das war wirklich sehr beeindruckend und ich würde mir wünschen, dass Bildung bei uns auch so wertgeschätzt wird. Es gibt auch eine Schuluniform und alle Kinder müssen sehr kurz geschnittene Haare haben, damit mögliche Läuse und Flöhe nicht weitergegeben werden. Die Schuluniform soll dazu beitragen, dass nicht sofort ersichtlich ist wie arm die Herkunftsfamilie ist. Schultaschen gibt es nicht – Kinder aus besseren Verhältnissen haben eine kleine Tasche oder einen kleinen Rucksack. Manche Kinder haben aber auch nur ein Plastiksackerl mit 1 Heft und 1 Stift. Mehr Materialien können sich die Familien nicht leisten. All diese Eindrücke stimmen mich noch immer sehr nachdenklich. Ich bin unglaublich froh, dass ich den Besuch in der Schule erleben durfte und ich weiß, dass mich dieses Erlebnis in gewisser Weise verändert hat.

Ein weiteres sehr beeindruckendes Erlebnis war dann der Besuch in dem so genannten Krankenhaus. In diesem Ort wird es Krankenhaus genannt, bei uns würde sich niemand in so einem Krankenhaus behandeln lassen. Es ist hier auch nur ein medizinischer Assistent – Ärzte findet man erst in einem ca. 6 Stunden entfernten größerem Krankenhaus. Die Menschen sind aber sehr froh, dass sie diese Institution haben. Malaria ist nämlich sehr weit verbreitet, wirklich gefährlich und hier bekommen die Patienten Hilfe. Wir haben einen Burschen kennen gelernt, der aufgrund von Malaria nun phsychische Störungen hat, das war sehr traurig. Auch andere Einheimische haben uns erzählt, dass sie schon mehrmals Malaria hatten. Besonders für kleine Kinder und Babys ist die Krankheit lebensbedrohlich. Zum Glück werden von der Regierung teilweise Moskito-Netze verteilt, um vorbeugen zu können. HIV und Aids ist auch ein großes Problem, deshalb werden Kondome ausgeteilt und es gibt gratis Beratung hinsichtlich Familienplanung. Nicht selten werden nämlich Mädchen vergewaltigt und bekommen ganz bald, also schon mit 13 oder 14 Jahren Kinder. Wir durften dann auch den Raum sehen, in dem Kinder geboren werden. Hier stehen zwei Betten mit harten Matratzen – sehr viel mehr Hilfsmittel gibt es nicht. In dem Raum, in dem sich die Frauen von der Geburt erholen können, stehen 6 Betten, jeder muss aber das Bettzeug von zu Hause mitnehmen.

Auch bei diesem Besuch wurde ich sehr nachdenklich und ich bin so unglaublich froh, dass ich in Österreich geboren wurde. In Österreich geht es uns so viel besser. Ich habe das Gefühl, dass es uns teilweise sogar zu gut geht, denn bei uns wird oft nicht geschätzt, was wir alles haben und bekommen. Wenn man jedoch einmal selbst sieht wie arm und hilflos Menschen an anderen Orten der Welt sind, dann wird auch der schönste Sonnenuntergang von einem traurigen und negativen Gedanken begleitet. Ich bin sehr dankbar diese Erfahrungen gemacht zu haben und schätze unser Schul- und Sozialsystem in Österreich nun umso mehr.

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