Ho Chi Minh City & Cu Chi Tunnel

In dieser großen Stadt von Vietnam tut sich sehr viel – sowohl auf der Straße als auch auf der Partymeile. Die Tunnel hingegen bieten einen Blick in die traurige Vergangenheit des Landes.

Von Can Tho nach Ho Chi Minh haben wir einen Bus genommen. Noch nie zuvor sind wir mit einem so modernen und schönen Schlafbus gefahren. Beim Einstieg mussten wir die Schuhe ausziehen und drinnen hatte jeder ein Bett. Durch die Klimaanlage war es ziemlich kalt, aber die Ausstattung war wirklich ein Traum. Nach ungefähr 4 Stunden waren wir in der größten Stadt im Süden von Vietnam: Ho Chi Minh City. Vom Busbahnhof nahmen wir einen Stadtbus, der uns ganz in die Nähe von unserem Hostel brachte. Das Full House Hostel liegt total zentral und hat eine tolle Dachterrasse. Das Zimmer war klein aber voll gut ausgestattet – wir haben unseren Aufenthalt dort sehr genossen.

Da wir so zentral wohnten, konnten wir viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß besuchen. Wir schlenderten durch viele Gassen im Stadtzentrum. Besonders gut gefallen hat mir die Book Street. Dort gibt es viele kleine Buchläden und 2 Cafés. Die Stimmung dort war sehr entspannt und ruhig. Ein anderes Highlight war die Bui Vien Walking Street. Eigentlich wollten wir am Abend zurück in unsere Unterkunft, da haben wir ziemlich laute Musik gehört und sind diesen Geräuschen gefolgt. Angekommen sind wir in einer wahnsinnigen Partymeile. Ein Lokal nach dem anderen hatte viele Sesseln und Tische stehen, die Musik war so laut, dass René und ich nicht mal reden konnten. Mädels und Burschen tanzten und posierten. Viele Security-Männer lockten Besucher in die Bars. Ich kann euch nicht gut genug beschreiben, wie es dort zugeht. Noch nie zuvor habe ich eine Partymeile in diesem Ausmaß gesehen.

Die Nguyen Hue Walking Street war auch sehr beeindruckend. Dort wird nicht so laute Musik gespielt, aber es tut sich total viel. Eine riesige Menschenmenge bewegt sich hier auf und ab. Links und rechts davon sind die Straßen und die sind sehr belebt. Tausende Mopeds fahren hier herum und man sieht auch viele Autos. Besonders am Abend, wenn es draußen angenehmer ist und nicht so heiß wie tagsüber, kommen alle Menschen raus und der Verkehr ist sehr lebendig. Generell ist hier in Ho Chi Minh der Verkehr sehr lebhaft. Es gibt ganz viele Mopeds und wenn man über die Straße gehen will, muss man sehr aufmerksam sein und aufpassen, dass nichts passiert. Es ist aber auch sehr schön so viele Mopeds zu sehen und besonders wenn man in einem Café im 1. Stock sitzt, kann man das Geschehen wunderbar beobachten.

Einen Tag widmeten wir auch wieder der traurigen Vergangenheit von Vietnam. Wir machten eine Tour zu den Cu Chi Tunnel. Ein 71-jähriger Tourguide, der selbst lange im Krieg war, hat mit uns eine ganz besondere Tour gemacht. Es ist unglaublich welche Tunnel und Fallen die Einheimischen hier während des Kriegs gebaut haben. Die Tunnel waren 3-stöckig. Der erste Stock war 1 Meter tief, der 2. Stock 3 Meter und der 3. Stock war 6 Meter tief. Das Leben dort war sehr hart und die Löcher und Tunnel waren sehr klein und wirklich eng. Wir gingen durch den extra errichteten Touristen-Tunnel. Der ist viel größer als der echte und mit Strom, das ist natürlich völlig anders als ein echter Tunnel. Aber wenn man 100 Meter durch diesen Tunnel kriecht, kann man sich schon eher vorstellen wie das damals war. Am schrecklisten fand ich die persönlichen Geschichten von unserem Führer. Er erzählte von Bombenangriffen, wie die Kameraden um ihm herum starben. Er erzählte von den vielen jungen Soldaten, die getötet wurden und er ließ uns spüren, dass noch heute in seinem Körper Splitter von den Angriffen sind.

Von 1955 bis 1975 hat der Vietnamkrieg stattgefunden. Anfangs war es ein Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südvietnam. Als die USA eingriff, wurden schwere Waffen eingesetzt. Es wurden ganz viele Bomben abgeworfen und außerdem wurden vielen Chemikalien eingesetzt. Die Bäume haben durch das Gift all ihre Blätter verloren und der Boden wurde verseucht. Deshalb ist die Generation der Nachkriegszeit zu einem großem Teil behindert. Wir waren auch in einer Behinderten-Werkstätte, die diesen Behinderten die Möglichkeit gibt kunstvoll tätig zu sein. Leider konnten wir nichts kaufen, weil unsere Rucksäcke keinen Platz dafür haben.

Schlussendlich konnte der Nordvietnam den Krieg gewinnen und die USA musste ihre erste militärische Niederlage hinnehmen. Es macht mich so traurig zu sehen und hören wie schlimm Krieg ist. Wenn ich daran denke, dass sich in diesem Moment in der Ukraine und in Myanmar ziemlich sicher ähnliche Szenen abspielen, dann bin ich einfach sprachlos. Ich kann nicht verstehen, warum die Menschheit aus der Vergangenheit nicht lernt und so vielen unschuldigen Menschen solches elendige Leid zugeführt wird.

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