Can Tho – lebhaftes Stadtgetümmel und schwimmende Märkte

Ein wunderschöner Bootsausflug war das Highlight hier in Can Tho. Die Stadt selbst ist jedoch auch sehr interessant.

Trotz der wilden Busfahrt sind wir in Can Tho gut angekommen. Wir gingen in ein Café auf ein Getränk und haben dort das WLAN genutzt, um uns ein Grab-Taxi zu unserem Hotel zu holen. Die SIM-Karte für unseren Aufenthalt in Vietnam haben wir nämlich leider in Ha Tien nicht bekommen. Nach dem Einchecken machten wir uns am Weg zu einem Viettel-Shop. Dort haben wir unsere SIM-Karten kaufen können. Es ist immer eine große Erleichterung wenn das Internet am Handy funktioniert. So sind wir sehr flexibel.

Die Innenstadt von Can Tho ist sehr laut – es sind hier ganz viele Mopeds unterwegs und man hört ständig Hupen. Wenn man über die Straße geht, ist das eine gewisse Herausforderung – man muss sehr achtsam sein. Wir haben uns in der Stadt gleich einige Tempel angesehen. Die Tempel hier in Vietnam haben wieder einen ganz eigenen und einzigartigen Stil. Seht euch die Fotos an und ihr werdet die Unterschiede bemerken.

Das Mekong-Delta hier gilt als sehr fruchtbares Land, weil sich der Fluss Mekong viele Male teilt. Eine der besonderen Sehenswürdigkeiten hier ist der schwimmende Markt Cai Rang. Wir haben eine Bootstour um nur 2 $ gebucht und sind um halb 6 in der Früh los gefahren. Am Boot waren nur Vietnamesen und wir zwei – deshalb hatten wir sehr viel Spaß. Sie wollten uns ständig am Foto und Video haben und waren sehr großzügig. Wir haben von ihnen Kostproben bekommen. Die schwimmenden Märkte an sich sind sehr beeindruckend. Die Familien wohnen und leben hier direkt am Fluss auf dem Boot. Wir haben teilweise gesehen wie die Kleider am Boot hängen. Kleinere und größere Boote bieten dann zu günstigen Preisen frisches Obst und Gemüse an. Es gibt auch Restaurants und Shops sowie Tankstellen direkt am Fluss.

Zum Frühstück haben wir das Nationalgericht von Vietnam erhalten: eine Pho. Das ist eine klare Nudelsuppe, in der Gemüse, Fleisch und Meeresfrüchte enthalten sind. Obwohl für uns eine Suppe zum Frühstück etwas gewöhnungsbedürftig ist, hat es uns geschmeckt. Den nächsten Halt machten wir bei einer Nudelfabrik. Hier musste ich gleich Hand anlegen und mithelfen. Außerdem haben wir hier getrocknete Frösche und Schlangen verkostet. Es gab auch leckere Süßigkeiten aus Kokosnuss und den Kokosnuss-Wein haben wir auch verkostet. Weiter ging es zu einem Fruchtgarten – dort haben wir die heimischen Bäume und Früchte aus der Nähe betrachtet.

Als wir wieder zurückfuhren wurde unser Boot in ein Karaoke-Boot verwandelt. Wir hatten eine große Box mit und die Vietnamesen hatten riesigen Spaß Karaoke singen zu können. Das war wirklich sehr lustig. Der Ausflug war generell ein absoluter Wahnsinn – wir haben mal den echten Preis für Einheimische bezahlt und einen sehr schönen und interessanten Vormittag verbracht.

Das meiste in der Stadt Can Tho haben wir zu Fuß erkundet. Es gibt entlang des Flusses eine schöne Promenade, die man entlang spazieren kann und die vielen Cafés laden dazu ein einen genüsslichen Kaffee zu konsumieren. Am Tag und besonders über Mittag war es immer sehr heiß. Wir haben hier in Can Tho sehr viel geschwitzt. Doch das hat sich am Tag der Weiterreise komplett gedreht – am Weg in die nächste Stadt war es ziemlich kalt – mehr dazu im nächsten Beitrag.

Ha Tien: Die erste Stadt in Vietnam gefällt uns unglaublich gut.

Die Stadt in der wir angekommen sind, hat uns auf Anhieb gefallen. Am nächsten Tag ging es gleich weiter.

Nach all der Aufregung beim Grenzübergang sind wir zu Fuß einige Meter gegangen. Wir haben die erste Nacht in der Stadt, die dem Grenzübergang am nächsten ist gebucht – nämlich in Ha Tien. Den Transfer von der Grenze zum Hotel haben wir nicht im Voraus gebucht. Direkt nach der Grenze haben uns Mopedfahrer den Transfer angeboten – der Preis war jedoch sehr überteuert und deshalb sind wir die ersten Meter zu Fuß gegangen. Nach einiger Zeit haben uns 2 Mopedfahrer angesprochen und uns ein tolles und angemessenes Angebot gemacht. Die großen Rucksäcke haben die Chauffeure am Moped zwischen die Füße gegeben. Die kleinen Rucksäcke hatten wir am Rücken und so fuhr René mit einem und ich mit dem zweiten Mopedfahrer zu unserem Hotel. Das war sehr lustig!

Angekommen sind wir in einem sehr schönen Hotel. Da wir genau über Mittag einreisten, waren wir völlig durchschwitzt. Mein Top war komplett nass. Deshalb freuten wir uns sehr auf die Dusche. Wir konnten nun auch zum ersten Mal an dem Tag wirklich locker und die erfolgreiche Einreise wirken lassen. Wir haben aber noch nicht wirklich realisiert, dass wir tatsächlich nun in Vietnam sind. Die Einreise mit dem Flugzeug ist definitiv immer mit mehr Aufwand verbunden und die Einreise über die Landesgrenze ist so schnell und problemlos gegangen, dass wir Zeit brauchten um es zu realisieren.

Wir haben uns dann gleich ein Lokal gesucht um Mittag zu essen. Direkt am Fluss haben wir lecker gespeist. Was uns gleich aufgefallen ist, ist dass es hier wieder viel billiger ist als in Kambodscha. Außerdem gibt es hier ganz viele kleinere und größere Kaffeehäuser – das hat uns besonders gefreut, denn bisher war es eher schwierig gemütliche Cafés zu finden. Am Abend haben wir zum Sonnenuntergang noch eine Stadtrundfahrt gemacht. Mit einem Fahrrad-Anhänger wurden wir ca. 30 Minuten herumgefahren. Das war sehr schön. Die Stadt hier ist sehr nett und richtig süß. Es gibt viele Ständchen am Straßenrand und einen großen Markt. Außerdem ist alles sehr liebevoll und schön geschmückt. Die Straßen und Kreisverkehre sind auch beleuchtet. Man merkt sofort, dass Vietnam von der Entwicklung her Kambodscha einen großen Schritt voraus ist.

Ein erfolgreicher Tag ging dem Ende zu und nach der Nächtigung machten wir uns mit einem Bus auf den Weg in die nächste Stadt: Can Tho. Die vietnamesische Schrift hat sehr viele Akzente, ich habe die auf meiner Tastatur jedoch nicht, deshalb mache ich alles ohne diese Striche. Die Fahrt nach Can Tho war sehr aufregend. Der Busfahrer ist ziemlich wild gefahren – generell ist hier sehr viel los auf den Straßen und es gibt viele Schlaglöcher. Regelmäßig hörte man die laute Hupe. Damit machte er die anderen Verkehrsteilnehmer aufmerksam, dass nun ein großer Bus kommt und alle ausweichen sollen.

Einmal hatten wir fast einen Unfall – der Chauffeur hat daher ganz stark gebremst. In unserem Bus ist eine etwas ältere Damen mit ihrem Enkelkind in der ersten Reihe nach dem Gepäck gesessen. Durch die Bremsung hat es sie mitsamt dem Kind überschlagen und bis zur Gangschaltung vom Bus geworfen. Wie ein Käfer ist sie da gelegen. Zum Glück ist nichts passiert, aber das war schon sehr knapp. Ob wir gut angekommen sind, erfährt ihr im nächsten Beitrag.

Next Stop: Landesgrenze Ha Tien, Vietnam

Die Einreise über die Landesgrenze nach Vietnam war sehr aufregend. Lest im Beitrag nach, wie das genau war.

Nach fast 3 Wochen in Kambodscha war es für uns an der Zeit ein neues Land zu bereisen. Diesmal haben wir uns dazu entschieden den Weg über die Landesgrenze zu nehmen. Bisher haben wir das nicht riskiert, da aufgrund der Corona-Bestimmungen die Aus- und Einreise über den Flughafen unkomplizierter und einfacher war. Da Vietnam jedoch ein Nachbarland von Kambodscha ist, wollten wir es unbedingt über die Landesgrenze probieren. Es war aber alles gar nicht so einfach!

Zuerst muss ich sagen, dass wir generell Glück hatten, dass die Grenze überhaupt geöffnet wurde. Erst seit 15. März 2022 kann man in Vietnam wieder einreisen. Die Zeit in Sihanoukville (Kambodscha) haben wir dann genutzt um die Weiterreise zu organisieren. Wir haben an einem Tag alle Busunternehmen in Sihanoukville besucht um nachzufragen, ob sie zur Grenze nach Vietnam fahren. Die Fahrt dauert nur ca. 3 Stunden und wurde deshalb vor Corona regelmäßig angeboten. Wir hatten jedoch Pech – kein einziges der vielen Busunternehmen bietet aktuell diese Fahrten an.

Wir wurden schon leicht nervös und haben uns eingestehen müssen, dass wir um den Flug nicht herumkommen, wenn wir nicht zur Landesgrenze kommen. Zum Glück haben wir dann aber auch bei lokalen Reisebüros angefragt – dort wird privates Taxiservice in alle Provinzen von Kambodscha angeboten. Auf Anfrage und nach interner Abstimmung haben sie uns auch ein Privat-Taxi bis zur Grenze nach Vietnam anbieten können. Das war nun der Startschuss für uns, damit wir das Visum beantragen können – da musste man nämlich angeben über welche Grenze man einreisen wird. Die Bearbeitung und Ausstellung des Visums dauert 3 Werktage und da unser Antrag genau über das Wochenende fiel, mussten wir insgesamt 5 Tage darauf warten. Sofort nach Erhalt haben wir die Gesundheitserklärung ausgefüllt und unser Taxi für den nächsten Tag gebucht. Nun kam die Vorfreude – hoffentlich sind wir bald in Vietnam.

Am Tag der Weiterreise war dann schon großes Kribbeln im Bauch. Außerhalb von Europa war es für uns beide die erste Einreise über die Landesgrenze. Man hört und liest, dass es bei Grenzübergängen oft zu Schwierigkeiten kommt und viel Korruption herrscht – deshalb war die Aufregung wirklich groß.

Ziemlich genau nach den 3 Stunden sind wir bei der Grenze angekommen. Die Fahrt war recht angenehm. Es waren dann gleich 2 Typen da, die uns angeboten hätten mit einem Moped durch die Grenze zu fahren – das haben wir aber dankend abgelehnt und sind zu Fuß in das erste Gebäude gegangen. Als erstes Stand die Ausreise aus Kambodscha am Programm. Es waren fast keine Leute da – der Beamte hat gefragt wohin wir wollen und auch gleich die Bestätigung der Krankenversicherung angefordert. Daraus ist er aber nicht schlau geworden. Er hat deshalb René mit den Dokumenten nach Vietnam geschickt. Ich soll mit dem Gepäck hier in Kambodscha warten und René soll mit den Dokumenten nach Vietnam gehen und fragen ob alles passt. Erst dann will er uns den Ausreisestempel geben.

Gesagt – getan. René ging los und ich wartete. Nach kurzer Zeit kam er wieder zurück, die Beamten in Vietnam haben alles akribisch kontrolliert und es passte. Ein erster Stein ist uns von Herzen gefallen. Der Beamte in Kambodscha hat uns daher die Ausreisestempel gegeben. Nun gingen wir gemeinsam mit Sack und Pack über die Landesgrenze nach Vietnam. Ein anderer, etwas strengerer Beamte kontrollierte wieder alle Dokumente. Dann mussten wir einen Corona-Test machen. Zum ersten Mal auf der Reise genügte ein Antigen-Test. Glücklicherweise waren wir beide negativ und konnten zu der nächsten Station gehen.

Eine Dame und ein Herr kontrollierten wieder alle Dokumente – die legten besonders Wert auf unsere Gesundheitserklärung. Alles hat gepasst und wir gingen weiter. Bei den nächsten 3 Beamten wurde es richtig lustig. Wir waren die ersten internationalen Touristen, die an dieser Grenze einreisen. Deshalb wurden viele Fotos von uns gemacht – die Männer haben sich richtig gefreut, dass sie uns den Einreise-Stempel geben dürfen. Hier hat es jedoch eine Weile gedauert – die Männer mussten vieles im Computer eingeben und es hat so geschienen, als hätten sie einige Schwierigkeiten dabei gehabt. Wir waren sehr geduldig und haben mit einem Beamten gespaßt und über Vietnam gesprochen. Nach einiger Zeit, als von ihnen alles erledigt war, hörten wir die Stempel. Das war ein gutes Gefühl. Wir haben uns riesig gefreut – nun war der Zeitpunkt an dem wir wussten, dass alles geklappt hat. Wir haben den Einreise-Stempel bekommen!

Als nächstes musste unser Gepäck noch durch eine Sicherheitskontrolle – alles war in Ordnung. Dann haben zwei letzte Beamte alles kontrolliert, einer hat zwei blöde Fragen gestellt – aber dann waren wir durch. Wir konnten es nicht glauben, aber die Einreise nach Vietnam hat geklappt! Es war rückblickend gesehen auch sehr einfach und unkompliziert. Die Freude war riesengroß! Wir sind nun in Vietnam! Juhuuuu!