Garden Route – wo sich ein Lebenstraum erfüllt und wir von der Natur komplett überwältigt werden

Die Natur entlang der Küste war ein Traum und wir haben wieder ganz besondere Begegnungen mit afrikanischen Tieren gemacht.

Für 10 Tage nahmen wir uns ein Mietauto, um das ländliche Gebiet bzw. die südliche Küste Südafrikas zu entdecken. Ein kleiner weißer Suzuki Swift war das perfekte Auto dafür – komisch war allerdings, dass das Lenkrad auf der rechten Seite war, die Gangschaltung musste man mit der linken Hand betätigen und die Blicker mit der rechten. Der Linksverkehr ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, da auch im Auto alles umgekehrt als zu Hause ist, aber wir haben uns dann relativ schnell daran gewöhnt und alles ist gut gegangen.

Unser erstes großes Ziel war gleich einer der bekanntesten Orte von Südafrika bzw. ganz Afrika. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als wir in der Hauptschule davon gelernt haben, da habe ich mir schon gedacht „Irgendwann will ich dorthin“ und an diesem Tag hat sich mein Traum erfüllt – wir waren beim Kap der guten Hoffung! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl wenn man einen so bekannten Ort dann tatsächlich bereist und die Umgebung fühlen kann. Das Wetter war der Wahnsinn, extrem windig – ich würde mich als Seefahrerin nicht trauen da in ein Boot zu steigen. Es sind in dieser Gegend auch tatsächlich viele Schiffe gekentert und wenn man da so steht und den Wind spürt, kann man sich das gut vorstellen und versteht auch warum dieses Kap „Kap der guten Hoffnung“ heißt.

Entlang der Garden Route haben wir mehrere Zwischenstopps gemacht. Wir haben die einzigartige Natur bewundert und genossen. Wir waren immer in Küstennähe und so haben wir in Hermanus einen tollen Klippen-Wanderweg entdeckt. Wir waren am südlichsten Punkt von Afrika, merkwürdig wenn man bedenkt, dass sich zumindest theoretisch hier der indische und atlantische Ozean treffen. Wir haben auch einen Leuchtturm besichtigt – das erste Mal war ich in einem Leuchtturm. Der Scheinwerfer da oben ist riesengroß, das kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man herunten steht oder einen Leuchtturm von der Ferne besichtigt.

In Mossel Bay hatten wir eine total coole Unterkunft, da haben wir in einem alten Zug geschlafen. Die Kabinen konnte man noch erkennen und die Aussicht auf das Meer war traumhaft. Wir konnten sogar vom Bett aus Delfine sehen, das war ein besonderes Highlight. Der wohl schönste Strand war in Wildernes. Wir haben noch nie einen so großen, breiten und weiten Strand gesehen. Es war allerdings wieder eine Klippe und man musste zuerst unzählige Treppen hinabsteigen um zum Meer zu gelangen. Von der Klippe oben hatte man dafür einen Traum-Ausblick und wir konnten ganz viele Delfine sehen, noch nie haben wir so viele Delfine auf einmal gesehen.

Der Nationalpark Robberg war auch ein tolles Ausflugsziel. Da ist eine ganze Landzunge ein Nationalpark und man kann über Sanddünen wandern, Seelöwen beobachten und im Meer schwimmen, das war wunderschön.

Gegen Ende unseres Roadtrips haben wir ein Sanctuary mit geretteten Tieren besucht. Dort haben wir viel über Wilderei und Gewalt gegenüber den afrikanischen Tieren gehört, das machte uns sehr traurig. Besonders gefährdet sind die weißen Löwen, weil die so selten sind – das ist sehr bedrückend. Ein geretteter weißer Löwe hat uns bei diesem Besuch ein besonderes Geschenk gemacht. Er hat anfangs geschlafen und ist dann ganz langsam entlang dem Zaun zu einem großen Holzgestell marschiert. Am Weg dorthin machte er schon Geräusche, doch als er dann ganz oben auf der Kante stand, da hat er so richtig gebrüllt, wie im Film bei „König der Löwen“. Ich bekam Gänsehaut. Der Löwe ist einfach der König aller Tiere, das spürt man, er strahlt so viel Macht aus. Dieser Moment war wirklich unbeschreiblich schön und werde ich nie vergessen.

Wir fuhren natürlich auch zu den Pinguinen. Die haben wir in Betty’s Bay besucht und es war so lustig. Noch nie haben wir wild und frei lebende Pinguine gesehen. Sie watscheln so lustig herum und man könnte die ganze Zeit lachen, wenn man sie beobachtet.

Als wir wieder nach Kapstadt zurückkamen, waren wir sehr froh, dass unser Roadtrip gut verlaufen ist. Wir haben uns glücklicherweise auch immer sicher gefühlt außer in Port Elizabeth, dort war die Stimmung komisch. Ansonsten war überall alles sehr liebevoll und schön hergerichtet und man fühlte sich als wär man in England und nicht Südafrika, denn wir haben auch hauptsächlich weiße Menschen getroffen und gesehen.

Die letzten Tage in Afrika haben wir in Kapstadt verbracht. Wir gingen auf den Lion’s Head wandern und genossen den wundervollen Ausblick. Wir haben auch in der Mall bei der Waterfront gemütlich flaniert und uns dann sogar den Kinofilm „Avatar 2“ angesehen – das war total cool.

Irgendwie fühlte es sich schlussendlich komisch an, dass wir nach 2,5 Monaten den Kontinet Afrika verlassen. Wir haben auf diesem Kontinent so viele wunderbare Begegnungen gemacht, mit Tieren und Menschen. Die Natur ist ein Traum und das Schlafen im Zelt hat uns total gut gefallen. Danke für die schöne Zeit auf dem wahrscheinlich schönsten Kontinent der Welt, danke Afrika – bis zum nächsten Mal.

Kapstadt – ein toller Start in das Jahr 2023

Den Jahreswechsel unserer Weltreise haben wir in einer sehr bekannten aber durchaus besonderen Stadt verbracht.

Nach der langen Zeit in der Gruppe haben wir uns sehr darauf gefreut wieder unabhängig und flexibel reisen zu können. Die Gruppenreise mit dem Overland-Safari-Truck war jedoch trotzdem die beste Entscheidung, die wir treffen hätten können. Denn ohne der Gruppe hätte wir nicht so viele afrikanische Länder bereist und wir haben auch Freunde fürs Leben gefunden – dafür sind wir sehr dankbar.

Um Kapstadt gleich ein bisschen kennen zu lernen, machten wir eine Free Walking Tour. In Städten ist das immer eine hervorragende Idee, um in kurzer Zeit und auf Basis von Spenden einen guten Überblick zu bekommen. Wir haben sehr viel über die Geschichte und Gebäude der Stadt erfahren – das war aufgrund der Vergangenheit bzw. Zeit der Apartheid sehr interessant. Etwas beunruhigend war jedoch, dass unser Guide so nervös bzgl. Diebstahl war – das machte mich auch ganz nervös. Glücklicherweise ist aber nichts passiert.

Das neue Jahr 2023 haben wir sehr sportlich begonnen. Wir haben den berühmten Tafelberg bestiegen. Leider haben wir den Fehler gemacht, dass wir nachmittags hochgingen – es war daher ziemlich heiß und anstrengend aber umso schöner war es als wir oben ankamen. Noch nie in meinem Leben habe ich so einen einzigartigen Berg bestiegen. Von oben hatten wir einen traumhaften Ausblick auf die Stadt und das Meer und da der Tafelberg oben so flach ist wie ein Tisch, hat man nicht das Gefühl auf einen Gipfel zu sein weil die flache Ebene oben so groß ist.

Am 2. Jänner war Kapstadt in einem völligen Ausnahmezustand. Es wurde nämlich der Feiertag der Sklaven gefeiert und in der ganzen Stadt fand ein riesengroßer Karneval-Umzug statt. Früher hatten die Sklaven nur einmal im Jahr, am 2. Jänner frei und konnten feiern wie sie wollten und daran wird bis heute gedacht und deshalb auch gefeiert. Die Einheimischen haben entlang der Straße Pavilions aufgestellt und dort den ganzen Tag verbracht und gefeiert. Es war ein total interessantes Spektakel.

Ein paar Tage später hatten wir unseren ganz persönlichen Feiertag. Am 4. Jänner 2023 hatten wir Jahrestag unserer Weltreise. Unglaublich, dass wir nun schon ein Jahr unterwegs waren. Wir sind so froh, den Schritt gewagt zu haben und unendlich dankbar für all die Erfahrungen und Erlebnisse, die wir gemacht haben. Jeder Tag war ein kleines Abenteuer und so schön. Zur Feier des Tages waren wir in einem Café, das in einer aktiven Kirche ist. Das war ein sehr spannendes Gefühl in einer Kirche gemütlich Kaffee zu trinken.

Die Atmosphäre und Stimmung hier in Kapstadt ist generell sehr besonders – ich war noch nie in so einer verrückten Stadt. Einerseits ist alles sehr schön, sauber und gut erhalten. Es gibt viele richtig schöne Gebäude. Auf der anderen Seite ist aber alles komplett eingezäunt und abgesichert – es scheint so, als würde es viele Einbrüche geben. Die Leute sind teilweise extrem nett, freundlich und hilfsbereit. Man sieht aber auch viele Obdachlose und Arme. Der Kontrast und Unterschied ist hier wirklich extrem und habe ich so noch nirgends erlebt. Der Grund dafür ist die Zeit der Apartheid. Ich habe das Gefühl, dass diese Zeit noch immer nicht ganz geheilt wurde. Unser Guide der Free Walking Tour hat uns auch erzählt, dass die aktuelle politische Lage seit Nelson Mandela nicht mehr Präsident ist wieder sehr bedenklich ist. Das macht mich sehr traurig.

Bei unserem Ausflug zur Robben Island haben wir noch näher mit der Geschichte von Südafrika auseinander gesetzt. Diese Insel wurde früher als Gefängnis genutzt und unser Guide war damals als Sträfling in dem Gefängnis. Er hat uns genau zeigen können, in welcher Zelle er saß und was passiert ist – das von einem echten Zeitzeugen zu hören, ist unglaublich beeindruckend aber auch beängstigend. An seinen Worten spürte man, dass die Wunden noch tief sitzen und ich hatte extrem Mitleid. Die Gefangenen waren großteils aus politischen Gründen eingesperrt worden und haben keine Gewalttaten verübt. Deshalb bekamen sie auch politische Erziehung, die Zelle von Nelson Mandela haben wir auch gesehen – die war natürlich bei den Besuchern am beliebtesten.

Nach diesen Erlebnissen in Kapstadt sind unsere letzten Tage am Kontinent Afrika angebrochen – was wir da noch alles erlebt haben, kommt im nächsten Beitrag.

Südafrika – ein paar letzte gemeinsame Tage, die letzte Nacht im Zelt und dann war die Overland-Safari auch schon zu Ende

Im letzten afrikanischem Land verbrachten wir noch ein paar Tage mit der Gruppe, zu Silvester wurden wir jedoch sehr enttäuscht.

Kurz nach Weihnachten haben wir dann die letzte afrikanische Landesgrenze überquert. Wir haben unser 20. Weltreise-Land und das 9. afrikanische Land betreten: Südafrika. Über den Kontinent Afrika hört man leider immer wieder schlimme Dinge. Manche Touristen und Touristinnen haben nicht schöne Erfahrungen gemacht. Das Land Südafrika hat jedoch einen ganz extrem schlechten Ruf. Wir haben auch tatsächlich Erzählungen von Betroffenen gehört, die einem Schauer über den Rücken jagen. Unser Gefühl beim Betreten des Landes war deshalb dementsprechend angespannt.

Die letzten gemeinsamen Tage als Gruppe mit dem Truck standen an. Wir haben noch auf einem wunderschönen Campingplatz gecampt. Irgendwie waren wir traurig, dass bereits die letzte Nacht im Zelt vor uns lag. Ungefähr 2 Monate war genau dieses Zelt unser einziger Platz, in dem wir Privatsphäre hatten. Im Truck, beim Kochen und den Ausflügen waren wir immer in der Gruppe. Wir haben noch ein letztes Mal gemeinsam gekocht, Abend gegessen und am nächsten Tag gefrühstückt. Das war wunderschön, die letzte Nacht im Zelt und mitten in der Natur haben wir auch richtig genossen.

In Stellenbosch machten wir dann für 2 Nächte einen Halt. Dort fielen uns sofort die hohen Sicherheitsvorkehrungen gegenüber der herrschenden Kriminalität auf. Wir durften überhaupt nichts im Truck lassen. Alle Häuser, sowohl private als auch öffentliche Gebäude, sind mit elektrischen Zäunen gesichert. Es gibt überall ca. 2 Meter hohe Mauern und über diesen Mauern sind die elektrischen Drähte, teilweise in 10er Reihe, gespannt. Hier in Südafrika wird Privatbesitz besser gesichert als bei uns daheim die Weiden der Tiere. Das ist wirklich ein sehr merkwürdiges Gefühl und man fragt sich, was hier alles passiert, dass solche Vorkehrungen nötig sind. Wir versuchten uns jedoch nicht verrückt zu machen und nicht zu viel darüber nachzudenken.

Stellenbosch ist bekannt für seine Weingärten und deshalb sind wir herumspaziert und haben uns einen Weingarten näher angesehen. Die Landschaft dort ist sehr schön und es erinnerte uns alles sehr an die österreichische Landschaft. Es sind auch einige sehr schöne Gebäude zu sehen. Nach 2 Monaten hatten wir hier in Stellenbosch auch wieder einmal die Möglichkeit in richtige Restaurants oder Cafés zu gehen. Am Anfang war das richtig komisch für uns, denn in den ärmeren afrikanischen Ländern hatten wir solche Lokale nie gesehen. Die zwei Tage dort sind schnell vergangen und dann fuhren wir schon in unsere letzte Stadt: Kapstadt.

Nun sind endgültig die letzten zwei Tage mit der Truck-Gruppe angebrochen. Wir waren in einem Hostel untergebracht und gingen zu Silvester ein letztes Mal gemeinsam Mittag essen. Wir verabschiedeten uns von unserem Tourguide und dem Truck-Fahrer und es war teilweise richtig emotional, da uns manche Personen sehr ans Herz gewachsen sind.

Silvester verbrachten wir mit unseren Truck-Leuten aber ohne den afrikanischen Guides auf einem Silvester-Partyboot. Wir sind um ca. 21 Uhr ins Meer rausgefahren und haben eine Runde gedreht – die schönen Lichter von der Stadt konnten wir sehen. Genau um 0:00 Uhr mussten wir jedoch aus Sicherheitsgründen angelegt am Hafen sein. Wir waren alle am oberen Deck und konnten die vielen Menschen auf der Promenade sehen. Alle haben auf ein spektakuläres Feuerwerk gewartet. Doch es wurden alle enttäuscht, es gab kein Feuerwerk. Nicht einmal eine einzige Rakete wurde geschossen. Alle waren sehr verwundert und traurig. Die Leute und auch wir, gingen deshalb nach Hause bzw. in die Unterkunft. Erst nach späterer Recherche haben wir erfahren, dass bereits seit 2019 sämtliche Feuerwerke verboten sind. So ein komisches Silvester habe ich noch nie erlebt, denn die Erwartungen von einem spektakulären und großem Feuerwerk in Kapstadt wurden komplett enttäuscht.