Bantayan Island – Traumstrände, die man nur von Google Fotos kennt

Diesmal gibt es mehr Fotos als Text. Gemeinsam mit meiner Mama und Schwester haben wir die paradiesische Insel sehr genossen.

Als wir am Hafen der Bantayan Insel angekommen sind, hat bereits ein Angestellter der Unterkunft mit einem Namensschild auf uns gewartet. Mit einem lustigen Moped-Gefährt wurden wir dann zum Hotel gebracht. Unser Gepäck kam auf das Dach und wir setzten uns in Zweierreihe auf das Geschoss. Nach nur wenigen Minuten sind wir angekommen und in einem kleinen aber wunderschönen Resort gelandet. Unsere Zimmer waren nebeneinander und wir hatten sogar eine Verbindungstür – wir haben also ein Familienzimmer bekommen, ohne es zu wissen und konnten daher innen in das Zimmer von meiner Mama und Schwester gehen. Das war sehr lustig und super!

Unsere Unterkunft hier in Bantayan war traumhaft. Die Chefin vom Maykenn Beach Resort war sehr nett, die Küche dort war die Beste auf den gesamten Philippinen. Die Zimmer, die Anlage und auch der Strand waren sehr sauber und ordentlich gepflegt. Wir haben uns richtig wohlgefühlt und sehr viel Zeit dort verbracht. Es war perfekt zum Genießen und Entspannen.

Um mobil zu sein, haben wir uns auch Mopeds geliehen. Damit sind wir immer in die Stadt gefahren oder haben andere Strände besucht. Mit einem Boot sind wir zur Virgin Island gefahren – diese Insel ist eine absolute Trauminsel. Wenn man auf Google „Philippinen“ eingibt, dann kommen viele Fotos von Traumstränden. Genau so ein Traumstrand befindet sich auf Virgin Island. Wir haben das kristallklare und türkisblaue Wasser sehr genossen. Der Sand am Strand war strahlend weiß – schau dir einfach die Fotos an, dann weißt du was ich meine. Der Paradise Beach auf der Insel Bantayan war ähnlich schön.

Wir durften auch die Einheimischen besser kennen lernen. Beim Moped fahren haben wir gesehen, dass hier die Felder noch mithilfe von Wasserbüffeln bewirtschaftet werden. Am Strand treffen sich alle Bewohner der Insel. Kinder spielen am Tag im Wasser und fangen am Abend Meerestiere. Fischer fahren täglich hinaus ins Meer und fangen frische Fische. Hunde treffen sich am Strand und spielen miteinander. Und auch Kühe kommen an den Strand um nach Futter zu suchen. Es ist irrsinnig schön all diese Abläufe beobachten zu dürfen. Wir haben gestaunt und beobachtet – es hat uns alles sehr gut gefallen. Besonders für Mama und meine Schwester waren es hier viele neue und schöne Eindrücke, die wir gemeinsam sammeln durften. Dafür bin ich sehr dankbar.

Moalboal, wo wir die erste Bekanntschaft mit einer Meeresschildkröte und vielen Sardinen machten

Der Aufenthalt in unserem zweiten Ort ist auch schnell vergangen – wir waren noch sehr damit beschäftigt uns mit dem Besuch auszutauschen.

In Moalboal sind wir in einer wunderschönen Unterkunft angekommen. Wir hatten zwei Zimmer, die nebeneinander im ersten Stock des Hauses waren. Vor den Zimmern hatten wir eine große Terrasse. Wir hatten somit ein kleines Familien-Paradies, denn auf der Terrasse haben wir es sich zu viert immer schön gemütlich machen können.

Die Zeit in Moalboal ist auch sehr schnell vergangen. Wir waren noch immer sehr damit beschäftigt uns mit Mama und meiner Schwester auszutauschen. Es gibt deshalb wieder nicht sehr viele Fotos. In der Früh bekamen wir das beste Frühstück, das wir je auf den Philippinen bekommen haben. Es gab eine große Portion Eier mit Gebäck und im Anschluss daran haben wir eine große Schüssel mit Fruchtsalat bekommen. Das beste war, dass die Schüssel eine ganz frische Kokosnuss war und wir das Kokosfleisch daraus auch essen konnten – das schmeckte wirklich herrlich!

Wir waren auch am Strand und haben geschnorchelt. Es gibt hier viele Felsen, deshalb ist das Sonnenbaden an den Stränden in Moalboal nicht so optimal. Dafür ist jedoch die Unterwasserwelt umso interessanter. Schon beim ersten Schnorchelgang haben wir eine Wasserschildkröte gesehen. Für meine Schwester war es das erste Mal, dass sie so eine Schildkröte gesehen hat.

Am nächsten Tag haben wir uns zwei Mopeds ausgeliehen und sind dann damit herumgedüst. Es war sehr lustig. Meine Schwester ist mit René gefahren und ich hatte Mama am Beifahrersitz. Wir haben die Gegend bewundert und die Fahrten sehr genossen. Einen etwas längeren Stopp machten wir an einem besonderen Strand. Der Strand war wieder eher zum Schnorcheln weil er so steinig war. Als wir dort ein paar Meter in Richtung Meer tauchten, war plötzlich ein riesengroßer Fischschwarm zu sehen. Millionen von Sardinen schwimmen hier in einem großen Schwarm herum. Man kann ihnen ganz nahe kommen und sie richtig gut beobachten. Das hat uns allen sehr gut gefallen.

Zufällig sind wir an diesem Strand auch zu einem Spanferkel eingeladen worden. In der Bar, in der wir uns befanden, hatte nämlich eine Philippinin ihren Geburtstag gefeiert. Sie hat uns eingeladen und wir durften beim traditionellem Geburtstagsessen teilnehmen. Es gab ein leckeres Spanferkel und viele Meeresfrüchte. Es schmeckte köstlich – sie haben uns dann auch erzählt, dass es nur eine tolle Geburtstagsparty ist, wenn es ein Spanferkel gibt. In Österreich habe ich schon lange keine Spanferkel mehr gesehen oder gegessen – hier ist das völlig normal.

Der Ortskern von Moalboal war immer sehr belebt – besonders am Abend. Während unserem Abendessen hatten wir immer Livemusik und wir haben es richtig genossen. Von unserem Gastgeber haben wir dann einen tollen Tipp für eine Insel in der Nähe bekommen – die haben wir dann auch besucht, mehr dazu im nächsten Beitrag.

Next Stop: Cebu, Philippines

Wir sind in einem neuen Land angekommen und haben den ersten Besuch mit voller Freude erwartet. Wir hatten auch gleich die Ehre ein riesengroßes Meerestier beobachten zu dürfen.

Dass der nächste Stopp nach Singapur die Philippinen sind, war bereits bei der Ausreise von Vietnam klar. Es stand nämlich der erste Besuch aus der Heimat am Programm und das musste natürlich geplant werden. Wir haben uns ganz bewusst für die Philippinen entschieden, weil wir alle Lust auf einen richtigen Urlaub hatten. Wenn man auf Google „Philippinen“ eingibt, dann kommen wunderschöne Bilder von Traumstränden – genau die wollten wir sehen. Da die Philippinen jedoch über 7.000 Inseln haben, war die Entscheidung welche Insel wir besuchen wollen, gar nicht so einfach.

Am meisten freute ich mich auf die Philippinen, weil ich wusste, dass ich meine Mama und meine Schwester dort treffen werde. Nach über 4 Monaten war es auch schon an der Zeit den ersten Besuch empfangen zu dürfen. Die Vorfreude war bei uns allen wirklich riesengroß. Wir flogen von Singapur zuerst in die Hauptstadt, nämlich nach Manila. Von dort aus flogen wir dann mit einem Inlandsflug gleich weiter nach Cebu. Dort verbrachten wir nur eine halbe Nacht um nächsten Tag mit dem Bus weiter in den Süden von der Insel nach Oslob zu fahren. Dort gab es dann das große Wiedersehen. Natürlich sind einige Freudentränen geflossen – das konnte niemand verhindern und verbergen. Wir freuten uns alle sehr, dass wir uns nach so langer Zeit wieder einmal persönlich sehen konnten.

Die erste Zeit verbrachten wir mit ganz viel Reden. Alle erzählten von der Anreise und es ging uns der Gesprächsstoff nicht aus. Die Anreise für Mama und meine Schwester war ziemlich lange – insgesamt waren sie über 1 Tag unterwegs. Von dieser ersten Zeit gibt es daher auch nicht viele Fotos. Wir haben es alle sehr genossen endlich wieder einmal persönlich beisammen zu sein. Etwas später haben wir uns zwei Kajaks ausgeborgt und sind ins Meer hinausgefahren. Wir haben geschnorchelt und gleich einige Fische und viele Seesterne gesehen. Das hat uns allen sehr gut gefallen.

Am nächsten Tag haben wir dann einen Ausflug zu den größten Fischen der Welt gemacht. Walhaie sind die größten Fische der Welt und können bis zu 18 Meter lang werden. Das Gewicht kann bis zu 12 Tonnen betragen. Die Exemplare, die wir in Oslob gesehen haben, hatten zwischen 6 und 10 Meter. Es war gewaltig als einige dieser Riesen rund um uns im Meer waren. Wir durften neben ihnen schwimmen und haben sie wirklich hautnah und in ihrem natürlichen Umfeld und Lebensraum erleben dürfen. Ich werde das Erlebnis wohl niemals vergessen, denn diese Haie haben einen unglaublich großen Mund, einen sehr großen Körper und richtig große Flossen.

Unser Aufenthalt in Oslob war dann auch schon wieder vorbei. Der nächste Halt war Moalboal. Dieser Ort befindet sich auch auf der Insel Cebu und wir hatten nur eine Autofahrt von ca. 4 Stunden vor uns. Was wir dort alles erlebt und gesehen haben, kommt im nächsten Beitrag.

Next Stop: Singapore

Unseren bisher kürzesten Aufenthalt in einem Land haben wir in Singapur verbracht. Das Land besteht eigentlich nur aus der Stadt und dort gibt es einige Sehenwürdigkeiten.

Heute gibt es endlich wieder einmal einen Blog-Beitrag. Der Grund für die Pause war unser erster Besuch aus der Heimat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, die Zeit ist aber leider viel zu schnell vergangen. Meine Mama und Schwester waren bei uns und wir haben einen tollen Urlaub verbracht. Ich blieb großteils offline und genoss die Zeit ganz bewusst mit meiner Familie. Wo sie uns besucht haben und was wir genau unternommen haben, kommt in einem der nächsten Beiträge. Nun will ich euch über unseren Kurzaufenthalt in Singapur erzählen.

Nach dem wir ein ganzes Monat in Vietnam waren, haben wir in Singapur nur ein paar Tage verbracht. Singapur ist ein sehr kleines Land, es hat nur ca. 730 km². Österreich hat hingegen ca. 83.800 km² und Vietnam hat 330.000 km². Als wir in Singapur gelandet sind und wir in die öffentliche Bahn steigen konnten, ohne ein Ticket zu kaufen, wussten wir, dass wir nun in einer eher westlichen Welt gelandet sind. Man muss nur die Bankomat-Karte zum Schalter halten und dann geht man durch – beim Verlassen der Bahn dasselbe und die Kosten werden einem einfach vom Bankkonto abgebucht. Das ist wirklich praktisch und haben wir so auch noch nie erlebt.

Die Stadt selbst ist sehr ruhig – es fahren nur wenige Autos. Viele davon sind Elektroautos und der Verkehrslärm ist wirklich fast überhörbar. In Vietnam war es immer so laut und alle haben gehupt. Hier in Singapur war von Anfang an alles komplett anders als in Vietnam. Das Preisniveau ist sehr hoch – es ist äußerst schwierig eine günstige aber schöne Unterkunft zu finden. Wir schliefen deshalb in einem Schlafsaal – das haben wir jedoch im Nachhinein sehr bereut. Die Klimaanlage wird von den Mitschläfern Tag und Nacht immer sehr stark eingeschaltet und deshalb ist es irrsinnig kalt. Ich fühle mich auch einfach nicht wohl, wenn wir keine Zweisamkeit haben können.

Abgesehen von unserer Unterkunft war die Stadt jedoch sehr schön. Wir haben verschiedene Viertel zu Fuß oder mit der Metro besucht. Singapur ist ein richtiger Multikulti-Staat. Es leben hier Menschen aus den unterschiedlichsten internationalen Destinationen. Es gibt zum Beispiel auch eigene Viertel nämlich Little India und Chinatown. Dort fühlt man sich wie in dieses andere Land versetzt. Generell sind in Singapur alle Gassen und Straßen sehr sauber und die vielen Einkaufszentren, die man hier findet, sind sehr ordentlich und man bekommt alles was das Herz begehrt.

Am besten gefallen hat mir die Gegend rund um das Marina Bay Sands. Dies ist das wohl berühmteste Gebäude des Landes. In dem Gebäude ist ein Hotel und man kann mit einem Lift hochfahren und die Aussicht in der Höhe genießen. Wir haben den Zeitpunkt wieder so gewählt, dass wir die Stadt sowohl bei Tag als auch Nacht beobachten konnten – das war wunderschön. Der Garten dahinter, der sich Gardens of the Bay nennt ist auch wunderschön. Am Abend findet hier immer eine sehr beeindruckende Licht- und Soundshow statt. Es gibt hier auch einige Themen-Gärten die man kostenlos besuchen kann. Natürlich sind wir auch mit dem größten Riesenrad Asiens gefahren. Der Singapore Flyer ist 165 Meter hoch und man hat einen tollen Ausblick – besonders die Formel 1 Strecke kann man hier von oben gut sehen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Merlion. Das ist ein Statue gegenüber vom Singapore Marina, die Wasser speit. Die weiße Statue hat einen Löwen-Kopf und Fisch-Körper.

Der kurze Aufenthalt in Singapur war ein richtiger City-Trip. Wir haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht. Kulturell und/oder geschichtlich hat der Staat jedoch nicht viel zu bieten. Es gibt auch keine richtigen Traditionen oder Besonderheiten, da die Stadt sehr international ist. Die bisherigen anderen Länder hatten diesbezüglich mehr zu bieten. Nichtsdestotrotz hat uns die Stadt sehr gut gefallen, mehr als ein paar Tage benötigt man hier jedoch nicht.

Hanoi – in der Hauptstadt verabschieden wir uns von Vietnam

Das Monat in Vietnam ist irrsinnig schnell vergangen. Die Hauptstadt hat uns gut gefallen und ich gebe ein Fazit über den gesamten Aufenthalt.

Die letzte Busfahrt von Ha Giang nach Hanoi war leider die schlimmste. Wir waren zwar nur eine halbe Nacht unterwegs, aber das war schrecklich. Der Bus war komplett überfüllt. Am Gang sind auch ganz viele Leute gelegen. Es hat so ausgesehen, als würden hier Leute verschleppt werden. Möglicherweise wurden in unserem Bus arme Menschen vom Norden nach Zentralvietnam gebracht, um dort in Fabriken zu arbeiten. Ein Kind war auch schon dabei – ich hatte großes Mitleid mit allen und wir konnten fast kein Auge zumachen und schlafen.

Mitten in der Nacht sind wir dann endlich angekommen und durften aussteigen. Mit einem Taxi fuhren wir dann zum Hotel. Zum Glück haben wir für diese halbe Nacht ein Zimmer gebucht – wir freuten uns sehr auf das Bett und haben uns dann auch mal richtig ausgeschlafen.

Am nächsten Tag gingen wir gleich frühstücken. Die Stadt Hanoi hat etwas ganz Besonderes. Wir wohnten in der Altstadt und hier tut sich sehr viel. An allen Straßen und Gassen findet man ganz viele kleine Shops. Hier werden neben Nudeln Elektrogeräte verkauft und zwischen Restaurants findet man Shops mit religiösen Accessoires – es ist alles sehr bunt und lebendig. Da kommt man fast mit dem Schauen nicht zusammen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt und dieses Chaos richtig genossen.

Natürlich haben wir uns auch einige Sehenswürdigkeiten angesehen. Wir waren bei zwei Tempeln und zwei katholischen Kirchen. Außerdem haben wir uns ein Museum in einem ehemaligen Gefängnis angesehen. Da wurden früher während der Kolonialzeit Vietnamesen eingesperrt und während des Vietnamkriegs wurde es für amerikanische Soldaten verwendet. Ein Besuch von solchen Stätten macht mich immer sehr traurig und ich wünsche mir in diesen Momenten ganz besonders, dass endlich überall auf der Welt Frieden herrscht! Natürlich waren wir auch beim Mausoleum von Ho Chi Minh – dieser Mann ist besonders im Norden von Vietnam ein absoluter Held, denn er hat den Süden und Norden des Landes vereint.

Einen lustigen Abend verbrachten wir in der Train Street. Dort haben wir auch unser Jubiläum gefeiert: 4 Monate Weltreise. Die Train Street kann man sich so vorstellen, dass ganz nahe an Gleisen viele kleine Lokale sind. Wenn man Glück hat, dann fährt der Zug auch tatsächlich vorbei – das ist ganz schön knapp. Da darf man sich nicht zu weit nach vorne lassen. Es war ein sehr aufregendes Erlebnis dem Zug so nahe zu sein. In Österreich dürfte so etwas niemals sein – gerade deshalb ist es noch viel spannender für uns.

Abschließend kann ich sagen, dass das Monat in Vietnam unglaublich schnell vergangen ist. Das Land vom Süden bis in den Norden zu bereisen war sehr abwechslungsreich. Vietnam hat auch tatsächlich sehr viele verschiedenen Facetten. Man spürt noch immer einen starken Unterschied zwischen Norden und Süden. Das Essen ist je nach Region unterschiedlich und auch die Einstellung der Menschen ist sehr spannend und je nach Region teilweise völlig unterschiedlich. Es war ein schönes Monat und es hat uns sehr gut gefallen.

Noch kurz zwei negative Dinge, die gehören auch dazu: Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass hier überall sehr viele Ratten zu sehen waren. In keinem anderen Land haben wir so viele Ratten gesehen. Außerdem sind die Menschen (besonders die Männer) ziemlich ekelig – sie spucken überall hin. Daran muss man sich wirklich gewöhnen. Wie die Tiere, die gegessen werden, behandelt werden, hat mir auch gar nicht gefallen. Bei voller Hitze werden sie zusammengepfercht und transportiert – das sah ich auch überhaupt nicht gerne. So, nun ist aber Schluss. Vietnam liegt hinter uns und wir freuen uns auf die folgenden Länder – neue Blog-Beiträge folgen!

Ha Giang Loop – am Motorrad in den Bergen an der chinesischen Grenze

Um von Sa Pa nach Ha Giang zu kommen, nahmen wir wieder einen Bus. Die Fahrt war diesmal sehr anstrengend. Hier ganz im Norden von Vietnam sind nämlich die Straße teilweise wirklich sehr holprig und da es geregnet hatte, war es auch ziemlich nass. Wir hatten schon Angst, dass wir abrutschen oder steckenbleiben. Zum Glück sind wir jedoch am Abend gut angekommen und es ist nichts passiert. Wir gingen dann noch kurz Abendessen und gleich ins Bett – am nächsten Tag stand nämlich viel am Programm.

Nach dem Frühstück ging es mit einem semi-automatischen Motorroller noch weiter in den Norden von Vietnam. Zuerst war die Straße noch ziemlich flach, doch dann kamen wir in die Berge und wir fuhren einen Pass nach dem anderen abwechselnd hinauf und wieder hinunter. Die Aussicht dabei war wunderschön. Es hat mich alles auch ganz stark an Österreich erinnert – wir haben auch so viele schöne Berge und Hügeln, die mit Wäldern bedeckt sind. Zwischendurch sind wir auch immer wieder durch kleinere und größere Ortschaften durchgefahren. Wenn es uns besonders gut gefallen hat, blieben wir stehen und wir genossen die Aussicht. Wir machten auch Stopps um Mittagessen zu gehen. Ansonsten waren wir aber die meiste Zeit am Motorrad und haben die Aussicht und die Fahrt durch die Natur genossen.

Am spannendsten fand ich die Beobachtung der Einheimischen. Je kleiner das Dorf war, desto interessanter wurde es für mich. Wir haben viele Leute gesehen, wie sie schwere Dingen am Rücken hatten. Bei den Dingen handelte es sich immer um Naturmaterialien wie z.B. Holz, Gräser und Sträucher oder Gemüse. Schon die ganz kleinen Kinder mussten sehr viel schleppen. Es war auch sehr spannend zu sehen, wie die Menschen gekleidet sind und wie sie auf ihren Feldern arbeiteten. Da es hier überall sehr steil ist, haben sie Terrassen gebaut – darauf wächst dann großteils Mais. Es gibt aber auch viele Reisfelder. Außerdem haben wir große Hanf- und Kohlfelder gesehen. Es war wirklich spannend zu sehen, was hier alles angebaut wird. Es war ähnlich wie in Sa Pa – der Unterschied war jedoch dass in Sa Pa fast nur Reis angebaut wird, hier in der Ha Giang Provinz wird vermehrt Gemüse angepflanzt.

Ein Highlight unserer 2-tägigen Motorrad-Reise war die Nähe zur chinesischen Grenze. Wir waren so nahe, dass wir den Grenzzaun sehen konnten – nur wenige Meter trennten uns von China. Außerdem haben wir einen Grenzübergang gesehen – da stand auf der vietnamesischen Seite ein kleines Gebäude mit Personen und das chinesische Gebäude auf der anderen Seite der Grenze konnten wir auch sehen. Ein sehr einzigartiges Gefühl war das, als wir China so nahe waren. Der nördlichste Punkt unserer Reise war der Lung Cu Flag Point. Dort steht eine riesengroße Säule mit einer vietnamesischen Flagge und wenn man dort hinauf geht, kann man auch bis nach China schauen. Das hat uns wirklich sehr gut gefallen.

Die Reise durch diese Berge war sehr schön. Die zwei Tage sind irrsinnig schnell vergangen. Wir haben wieder einmal sehr viel vom Land Vietnam gesehen. Manche Straßen waren sehr schön, manchmal war es ziemlich holprig. Alles in allem waren wir dann aber doch wieder froh, dass wir gesund angekommen sind und wir die Eindrücke des Ha Giang Loops für immer in uns tragen.

Sa Pa – eine andere Welt im Norden von Vietnam

Wie die Bergvölker hier leben und ihren Alltag bewältigen ist im Vergleich zu unserem mitteleuropäischen Alltag völlig unterschiedlich.

Als wir mit dem Bus in den Ort Sa Pa eingefahren sind, habe ich einen Mopedfahrer mit einem totem Schwein angebunden an seinem Beifahrersitz gesehen. Das war für mich sofort das Zeichen, dass wir nun in eine uns komplett neue Welt eintauchen werden. Nach dem Aussteigen haben wir dann lebende Enten am Dach eines anderen Schlafbusses gesehen und viele sehr traditionell gekleidete Damen haben uns begrüßt. Ja, wir sind definitiv in einer anderen Welt gelandet.

Die Stadt Sa Pa selbst ist sehr lebendig und modern. Es gibt viele nette Lokale, Cafés und Restaurants. Besonders am Abend wird alles sehr schön beleuchtet und man kann köstlich Abendessen gehen. Viele Touristen bleiben in den Hotels in der Stadt und schauen sich die Umgebung nur bei Ausflügen an. Wir haben das aber anders gemacht – wir haben direkt am Land in einem netten und schönen Homestay genächtigt. Von unserer Terrasse aus konnten wir viele Reisfelder sehen und wir hatten eine Nachbarsfamilie, der wir bei der Bewältigung des Alltags zusehen konnten.

Nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt, ist das Leben hier nämlich völlig anders. Wasserbüffel laufen auf der Straße herum. Kinder spielen auf und neben der Straße. Man sieht viele Leute sehr schwere Dinge tragen. Alle wirken jedoch sehr gesund und glücklich. Außerdem sind alle sehr freundlich. Wenn man winkt und grinst kommt meist ein breites Lächeln zurück und es wird auch fleißig zurückgewinkt. Die Landschaft hier ist sehr hügelig und bergig. In der Nacht wird es auch richtig kalt. Wir befinden uns hier auf ungefähr 1.600 Höhenmeter. Egal in welche Richtung man blickt, man sieht überall ganz viele Reis-Terrassen. Die Reisfelder, die mit Wasser gefüllt sind, spiegeln sich und der Anblick ist einfach wunderschön. So eine Landschaft habe ich noch nie zuvor gesehen. Die Straßen sind teilweise sehr kaputt und holprig – man muss also beim Fahren gut aufpassen, dass nichts passiert.

Die meisten Menschen hier gehören einer Minderheit an. Sie leben in kleinen Häusern und Holzhütten und eigentlich sind sie Bauern. Die Großfamilien haben viele Kinder und halten Tiere wie Hühner, Schweine und Büffel. Der Alltag wird am Reisfeld und zu fast 100% an der frischen Luft bewältigt – es wird alles per Hand bearbeitet und gepflegt, es gibt nur wenige Hilfsmittel. Es ist alles noch sehr ursprünglich hier. Genau deshalb ist es aber so spannend und interessant für uns.

Eine sehr schöne Erfahrung war, dass wir am Reisfeld auch mithelfen durften. Eigentlich blieben wir mit dem Moped nur stehen, um ein paar schöne Fotos zu machen, als uns eine nette Dame eingeladen hat zu ihnen zu kommen und mitzuhelfen. Anfangs hatte ich Angst vor Schlangen und ich wollte nicht barfuß durch die Felder und das Wasser laufen. Ich habe mich aber überwunden und es war großartig. Die Damen haben mir viel über den Reis und ihr Leben erklärt und ich hatte Spaß daran direkt am Reisfeld mithelfen zu dürfen.

Wie du vielleicht merkst, bin ich von dem Aufenthalt hier in Sa Pa sehr überwältigt. Es ist so interessant zu sehen wie anders das Leben sein kann. Wir kennen nur unser Leben in Mitteleuropa, doch hier ist es wirklich komplett anders. Ich bin so froh und dankbar die Erfahrung machen zu dürfen. Diese Bergvölker leben zu sehen, wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Ich merke auch, dass diese Erfahrung etwas macht mit mir. Meine Sicht und Einstellung auf die Welt verändert sich gerade – ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber ich merke und spüre, dass die Erlebnisse in mir sehr stark arbeiten.